https://www.faz.net/-gpf-90t67

Kommentar : Vorsicht vor britischer Rosinenpickerei

Ein harter Brexit wird für Irland und Nordirland nicht einfach. In der Frage des offenen Grenzverkehrs sollte die EU Großbritannien aber keine Hintertüren öffnen.

          1 Min.

          Noch kurz nach ihrem Amtsantritt war Theresa May sicher: „Brexit heißt Brexit“, sagte die britische Premierministerin. In Irland und Nordirland war schon damals vielen klar, dass das hier längst nicht so einfach werden würde, wie die Brexit-Befürworter behauptet hatten.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Die Situation an der Grenze ist nämlich einmalig. Hier wird künftig eine Landgrenze zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich verlaufen. Und da London unbedingt die Zollunion verlassen will, müssten dort eigentlich wieder Grenzkontrollen eingeführt werden. Wenn sich aber zwischen Irland und Nordirland die Schlagbäume senkten, so die Befürchtung, geriete der Frieden im Norden in Gefahr.

          Nun legt die britische Regierung vage Pläne vor, die den offenen Grenzverkehr auch nach dem Austritt aus der EU garantieren sollen. Wie weit das mit dem Brexit-Versprechen zu vereinbaren ist, die Kontrolle über die eigenen Grenzen zurückzugewinnen, müss(t)en die Austrittsfanatiker erklären. Die EU muss aufpassen, dass hier nicht durch die Hintertür britische Rosinenpickerei erlaubt wird.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.