https://www.faz.net/-gpf-97m94

Johnson-Kommentar : An der Grenze

Der britische Außenminister Boris Johnson Bild: EPA

Gäbe es wieder eine harte Grenze auf der Irischen Insel, hätte das Folgen weit über den Handel hinaus. Außenminister Johnson spielt das nun herunter. Als Ober-Brexiteer hatte er die Wähler für dumm verkauft.

          1 Min.

          Der von der EU vorgelegte Entwurf eines Brexit-Vertrags ist in London mit (gespielter) Entrüstung aufgenommen worden. Der Punkt, an dem sich die Erregung entzündet, betrifft das Grenzregime zwischen Nordirland und der Republik Irland. Die Frage ist nicht trivial, sie trifft den wunden Punkt der ganzen Brexit-Aktion; im Grunde führt aus dem Dilemma kein Weg heraus.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          Redakteur in der Politik.

          Denn wenn es keine „harte“ Grenze auf der Irischen Insel geben soll, dann ist es logisch, dass für Nordirland die Regeln von Binnenmarkt und Zollunion weiter gelten müssten. Das aber würde faktisch eine zollrechtlich-regulatorische Grenze zwischen Nordirland und Großbritannien schaffen. Da haben Premierministerin May und protestantische Nordiren recht, die die Integrität des Königreichs nicht angetastet sehen wollen.

          Gäbe es wieder eine harte Grenze, hätte das Folgen weit über den Handel hinaus. Außenminister Johnson spielt das nun herunter; im Wahlkampf hatte der Ober-Brexiteer, aus Ahnungslosigkeit oder wider besseres Wissen, behauptet, an der Grenze werde sich nichts ändern. Die Wähler wurden für dumm verkauft.

          Weitere Themen

          Heult doch!

          FAZ Plus Artikel: Jammern in der Politik : Heult doch!

          Wer in der Politik verliert, sieht die Schuld gerne bei anderen. Und jammert. Nicht nur Politiker, auch selbsternannte Querdenker. Andere versuchen, Lösungen zu finden: Warum wir Optimisten brauchen.

          Topmeldungen

          Im Gespräch: Günther Jauch – hier bei einer Moderation zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit – wundert sich über Hass.

          Günther Jauch über Drohungen : „Ich bin völlig angstfrei“

          Günther Jauch war Werbegesicht einer Impfkampagne, erkrankte dann an Corona – und bekam den Hass von Impfgegnern ab. Ein Interview über seine Erkrankung, unzuverlässige Schnelltests und Pöbler, die sich nicht verstecken.
          Versuchen, die Deutungshoheit zu erlangen: Teilnehmer einer Querdenken-Demonstration in Wiesbaden

          Jammern in der Politik : Heult doch!

          Wer in der Politik verliert, sieht die Schuld gerne bei anderen. Und jammert. Nicht nur Politiker, auch selbsternannte Querdenker. Andere versuchen, Lösungen zu finden: Warum wir Optimisten brauchen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.