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Brexit-Kommentar : Chaotische Zustände

Um einen ungeordneten Brexit zu vermeiden, wird neben einem zweiten Referendum jetzt auch ein Aufschub des Austritts ins Spiel gebracht. Das würde die Lage aber nicht besser machen.

          Nun soll also das Unterhaus am kommenden Dienstag über den Austrittsvertrag abstimmen, den die Regierung May mit der EU geschlossen hat. Bleibt es bei dem berichteten Meinungsbild, wird der Vertrag abgelehnt – und ein ungeordneter Austritt wird dann von einer Möglichkeit zur Wahrscheinlichkeit, mit allen Unwägbarkeiten und Kosten.

          Jedenfalls sollte man nicht damit rechnen, skeptische Abgeordnete ließen sich von Appellen wie dem des deutschen Außenministers umstimmen, doch bitte verantwortungsvoll zu handeln. Einige von ihnen sind frivole Hasardeure.

          Um einen ungeordneten Brexit zu vermeiden, wird jetzt neben einem zweiten Referendum auch ein Aufschub des Austritts ins Spiel gebracht. Theoretisch wäre das, auf Antrag der britischen Regierung, möglich. Aber es wäre ein peinliches Eingeständnis chaotischer Zustände in London.

          Um wirklich Zeit zu gewinnen, müsste ein Aufschub wohl länger währen als wenige Wochen. Ende Mai werden Europawahlen abgehalten. Das Vereinigte Königreich würde daran teilnehmen. Und wenig später austreten? So kann man sich auch lächerlich machen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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