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Brasiliens Präsident Bolsonaro : Der „Tropen-Trump“ zu Besuch im Weißen Haus

  • Aktualisiert am

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro am Montag in der amerikanischen Handelskammer in Washington Bild: AFP

Brasiliens Präsident trifft am Dienstag den Mann, den er sich zum Vorbild genommen hat: So wie Trump Amerika wieder groß machen wolle, wolle auch er sein Land voranbringen, kündigt Jair Bolsonaro an – und macht dem Präsidenten ein Angebot.

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          Die Vereinigten Staaten und Brasilien wollen ihre Beziehungen neu ordnen: Der amerikanische Präsident Donald Trump empfängt am Dienstag in Washington den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Bei den Gesprächen soll es um eine Vielzahl von Themen, wie etwa die Energie- und Agrarpolitik, gehen, hieß es am Montag (Ortszeit) aus dem Weißen Haus.

          „Wir haben jetzt in Brasilien eine Regierung, die wir wahrlich als Verbündeten ansehen“, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter in Washington. Bolsonaro wird in anderen Ländern hart kritisiert, unter anderem für Äußerungen, mit denen er seine Sympathie für die brasilianische Militärdiktatur kundtat.

          Bei den Gesprächen am Dienstag solle es auch um außenpolitische Kooperationen, etwa bei den Beziehungen zu Ländern wie Iran, China und Nordkorea gehen. Von den guten Kontakten des brasilianischen Militärs zur Armee Venezuelas erhoffe sich Washington ebenfalls Vorteile. Beide Seiten wollen nach dem Treffen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen. Eine gemeinsame Pressekonferenz ist für 18.45 Uhr (MEZ) geplant.

          Unterdessen kündigte Brasilien an, Amerika seinen Weltraumbahnhof Alcantara zur Verfügung stellen zu wollen. Vor seinem Treffen mit Trump unterzeichnete Bolsonaro in Washington ein entsprechendes Abkommen. „Wir wollen Brasilien wieder groß machen, so wie Trump Amerika wieder groß machen will“, sagte Bolsonaro am Montag bei der amerikanischen Handelskammer.

          Trump und Bolsonaro liegen in vielen Fragen auf einer Linie. Beide unterstützen im Venezuela-Konflikt den Oppositionsführer Juan Guaidó, der sich selbst zum Übergangspräsidenten erklärt hat und den amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro zum Rücktritt zwingen will. 

          Die Reise in die Vereinigten Staaten ist Bolsonaros erster Staatsbesuch seit seinem Amtsantritt im Januar. Er traf schon zwei Tage vor seinem Treffen mit Trump an der Spitze einer Delegation in den Vereinigten Staaten ein.

          Der bekennende Trump-Bewunderer Bolsonaro hat eine Neuausrichtung der brasilianischen Außenpolitik und eine Annäherung an die Vereinigten Staaten angekündigt. Wegen seiner populistischen und in Teilen konfrontativen Äußerungen in Medien hat er den Beinamen „Tropen-Trump“ erhalten. In vielen Ländern wird der Schulterschluss der beiden Politiker an der Spitze der beiden größten Volkswirtschaften auf dem amerikanischen Kontinent kritisch gesehen.

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