https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/brasilien-ex-praesident-lula-fordert-bolsonaro-heraus-18014267.html

Brasilien : Ex-Präsident Lula fordert Bolsonaro heraus

  • Aktualisiert am

Luiz Inacio Lula da Silva (links) und Präsident Jair Bolsonaro (rechts) Bild: AFP

Luiz Inácio Lula da Silva will wieder Präsident Brasiliens werden. In seiner Regierungszeit blühte die Wirtschaft – und die Korruption. Für den russischen Überfall auf die Ukraine macht er Selenskyj mitverantwortlich.

          1 Min.

          Ein knappes halbes Jahr vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat der ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva seine Kandidatur angekündigt. „Alles, was wir getan haben und was das brasilianische Volk erreicht hat, wird von der aktuellen Regierung zerstört“, sagte der 76 Jahre alte Politiker am Samstag während einer Kundgebung in São Paulo. „Wir werden nicht aufgeben – nicht ich und nicht unser Volk. Die Sache, für die wir kämpfen, hält uns am Leben.“

          Lula bewirbt sich um die Nominierung seiner Arbeiterpartei (PT) für die Wahl am 2. Oktober. Vizepräsident an seiner Seite will der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates São Paulo und frühere Lula-Rivale, Gerardo Alckmin, werden.

          Lula regierte Brasilien von 2003 bis 2010. Mit Sozialprogrammen holte er Millionen Menschen aus der Armut. Auch wirtschaftlich boomte Brasilien während seiner Amtszeit. Seiner Regierung kamen die damals hohen Rohstoffpreise zugute. Unter seiner Präsidentschaft blühte auch die Korruption in der größten Volkswirtschaft in der Region. Im Jahr 2018 wurde er selbst wegen Korruption und Geldwäsche zu zwölf Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Deshalb konnte der Linkspolitiker nicht an der Präsidentenwahl 2018 teilnehmen, die schließlich der rechtspopulistische Ex-Militär Jair Bolsonaro gewann.

          Putin-Nähe wie Boslonaro

          Im März vergangenen Jahres kassierte ein Richter am Obersten Gerichtshof die Verurteilungen Lulas, der dann seine politischen Rechte zurückerhielt. Bald darauf kehrte er auf die politische Bühne zurück. In jüngsten Umfragen liegt Lula deutlich vor Bolsonaro, der sich eine weitere Amtszeit sichern will. Auf Twitter schrieb Lula: „Die wichtigste Lektion, die ich in 50 Jahren öffentlichen Lebens gelernt habe, von denen ich acht Jahre lang Präsident dieses Landes war, ist, dass Regieren ein Akt der Liebe sein muss.“

          In einem „Time“-Interview erklärte Lula vor wenigen Tagen, weiterhin auf Extraktivismus zu setzen, Öl werde auch in Zukunft noch eine wichtige Rolle spielen. Für den Ukrainekrieg machte er in dem Gespräch nicht nur Wladimir Putin, sondern auch die Vereinigten Staaten und die EU verantwortlich. Man hätte klarmachen müssen, dass die Ukraine nicht Teil der NATO wird, „das hätte das Problem gelöst“. Über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagte er: „Dieser Typ ist genauso verantwortlich für den Krieg wie Putin.“ Selenskyj habe den Krieg gewollt, andernfalls hätte er sich an den Verhandlungstisch gesetzt. Auch der rechte Präsident Jair Bolsonaro fällt durch eine Nähe zum Kremlchef auf, erst kurz vor dem Überfall auf die Ukraine war er in Moskau, um sich mit Putin zu treffen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Allein die Lufthansa hat 4000 Flüge gestrichen.

          Chaos und kein Ende : Nur Fliegen ist blöder

          Flugstreichungen, endlose Warteschlangen, Koffer weg – der Ärger mit dem Fliegen ist derzeit groß. Verbesserungen sind nicht in Sicht. Eine Empörung.
          Musste nach dem Ritt in der Vielseitigkeit eingeschläfert werden: Allstar, hier mit Reiterin Rosalind Canter

          Totes Pferd überschattet CHIO : Auch gutes Reiten ist Tierschutz

          Der Reitsport ist in der Defensive und kommt dort auch nicht so schnell heraus. Verbände und Turnierveranstalter reagieren zwar auf den Druck. Doch das alltägliche Verletzungsrisiko lässt sich nie ganz ausschließen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.