https://www.faz.net/-gpf-9qlpn

Brände in Brasilien : Bolsonaro verbietet Brandrodung für 60 Tage

  • Aktualisiert am

Rauch aus dem Regenwald: In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Bild: dpa

Noch zwei Monate dauert es, bis die Trockenzeit endet. Erst dann dürfen Farmer wieder ihre Felder roden. In Brasilien wird derzeit eine weitere schlimme Entwicklung erwartet.

          1 Min.

          Per Dekret hat Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro das Legen von Buschfeuern zur Rodung für die nächsten 60 Tage landesweit untersagt. Damit reagiert er auf den diesjährigen Höchststand mit mehr als 83.000 Brandherden, wie brasilianische Medien (Mittwochabend Ortszeit) berichteten. Weitere Maßnahmen zum Schutz der Umwelt sollen demnach in der nächsten Woche vorgestellt werden.

          Mit einer Laufzeit von zwei Monaten deckt das Dekret die derzeit herrschende Trockenperiode ab, bevor im November die Regenzeit beginnt. Es sieht Ausnahmefälle wie die Nutzung von Feuer in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sowie bei indigenen Völkern vor. Auch zum Pflanzenschutz sind sie weiter erlaubt. Zwar werden damit bereits bestehende Gesetze enger gefasst, allerdings finden die Vorschriften kaum Beachtung. Verstöße werden selten geahndet.

          Brasiliens Medien spekulieren bereits über das für nächste Woche zu erwartende Maßnahmenpaket der Regierung. Umweltschützer fürchten, dass Bolsonaro die aktuelle Krise in den Amazonaswäldern nutzen könnte, um seine umstrittene Agenda zur wirtschaftlichen Entwicklung der Amazonasregion zu beschleunigen. So könnten die Legalisierung der bisher illegalen Goldförderung sowie die Regulierung strittiger Landfragen Teil des Pakets sein.

          Ehemalige Umweltminister melden sich zu Wort

          Bolsonaro spricht sich für eine Öffnung indigener Gebiete und Naturparks für die Rohstoffförderung aus. Die Schutzzonen bremsten Brasiliens Wachstum aus, so der Präsident am Dienstag bei einem Treffen mit den Gouverneuren der Amazonasregion. Indigene und Umweltaktivisten versuchten mit ihrer Schutz-Agenda, die wirtschaftliche Öffnung zu behindern.

          Unterdessen forderten sieben ehemalige brasilianische Umweltminister Bolsonaro am Mittwoch (Ortszeit) auf, internationale Hilfsgelder zum Waldschutz anzunehmen. Allein der von Deutschland und Norwegen finanzierte und derzeit blockierte „Amazon Fund“ habe 80.000 nachhaltige Arbeitsplätze rund um den Waldschutz geschaffen, so die früheren Minister. Bolsonaro will ausländische Fördergelder nur unter Bedingungen annehmen, die er an die G-7-Staaten gestellt hatte. Hinter dem Hilfsangebot vermutet er einen Anschlag auf Brasiliens Souveränität.

          Weitere Themen

          Putins neue Mannschaft

          Regierungsumbildung : Putins neue Mannschaft

          Die Hälfte der nun bekanntgegebenen Regierungsmitglieder in Russland ist neu, doch die Getreuen von Präsident Putin sind noch immer dabei.

          Topmeldungen

          Arbeiter desinfizieren einen Bahnhof im chinesischen Wuhan.

          Neue Infektionen mit Virus : China riegelt Millionenmetropole Wuhan ab

          Neue Eskalationsstufe im Kampf gegen das Coronavirus: Die Millionenmetropole Wuhan steht praktisch unter Quarantäne, Bahnhöfe und Flughäfen sind geschlossen, die Bewohner dürfen nur noch mit Masken auf die Straße. Derweil steigt die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen weiter.
          Sandra Maischberger begrüßte in ihrer Sendung am 22. Januar 2020 den Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke, die ARD-Moderatorin Anna Planken und den Kabarettisten Florian Schroeder (von links).

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Ein Ende mit Schrecken

          Ist unser Essen zu billig? Ist Greta Thunberg schlimmer als Donald Trump? Sandra Maischberger lässt unaufgeregt die Woche Revue passieren. Doch dann kommt Gloria von Thurn und Taxis – und sorgt für ein dickes Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.