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Brand im Lager Moria : Statisten in einem Abschreckungsdrama

Am Tag nach den Brand zwischen den Zäunen des Lagers Bild: Reuters

Auf Lesbos hätte die EU zeigen können, dass der Flüchtlingsdeal mit der Türkei funktioniert und sie ihre eigenen Regeln ernst nimmt. Stattdessen blickt sie nun auf Schutt und Asche.

          6 Min.

          Notstand, nun auch offiziell: Nach einer Krisensitzung des Kabinetts hat die Regierung des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis am Mittwoch für die Dauer von zunächst vier Monaten den Notstand über die ägäische Insel Lesbos verhängt. Das teilte ein Regierungssprecher in Athen mit. Damit reagierte das Kabinett auf die verheerenden Brände, die im Aufnahmelager Moria gewütet hatten, das wegen seiner vielfachen Überbelegung seit Jahren berüchtigt ist. Migrationsminister Notis Mitarakis sowie der Leiter der Nationalen Gesundheitsbehörde und der Innenminister hatten sich gleich nach der Regierungssitzung auf den Weg nach Lesbos gemacht, um den Ort des Geschehens in Augenschein zu nehmen. Das Feuer war in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch ausgebrochen.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Schon bald galt es am Mittwoch als wahrscheinlich, dass die jüngsten Brände von Bewohnern des Lagers selbst gelegt wurden. Von Menschen, die damit die Aussicht verbanden, durch die Zerstörung ihres erzwungenen Zufluchtsorts auf Lesbos eine Verlegung auf das griechische Festland und von dort früher oder später eine Weiterreise nach Nordwesteuropa erreichen zu können. Sowohl absichtlich gelegte Brände als auch solche aus Unachtsamkeit sind in Moria schon vorgekommen.

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