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Brände in Amazonien : Gier frisst den Wald

Unaufhaltsame Ausbeutung: Große Flächen des Amazonasgebietes werden illegal gerodet und die wertvollen Tropenhölzer verkauft. Bild: Araquém Alcântara

Die immer weiter voranschreitende Erschließung landwirtschaftlicher Nutzflächen zerstört den Regenwald im Amazonasgebiet – nicht erst seit gestern.

          7 Min.

          Die Flammen schlagen hoch. Mit verschwitztem Oberkörper stochert Felício Castanheira im Feuer herum. Doch viel braucht er nicht zu tun. Das Geäst brennt wie Zunder. In den vergangenen Wochen hat der Bauer ein weiteres Stück auf seinem Hof „gesäubert“, hat die Vegetation gerodet und zu langgezogenen Haufen aufgeschichtet. Ist alles abgebrannt, wird er die Asche auf dem Feld verteilen und mit dem ersten Regen Gras aussäen, um neues Weideland für seine Kühe zu schaffen. „Coivara“ nennt sich dieses traditionelle Vorgehen. Ohne Bewilligung ist es zwar verboten, doch das schert hier keinen. „Es geht nicht anders“, sagt der Bauer.

          Tjerk Brühwiller

          Freier Berichterstatter für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Castanheira hat 17 Kühe, die er vor allem für die Produktion von Milch und Käse nutzt. Vor rund zwanzig Jahren zog er aus dem armen Nordosten Brasiliens in den Amazonas-Bundesstaat Rondônia, wo er als Knecht und später beim Rodeo etwas Geld verdiente. Mit dem Geld kaufte er sich ein Stück Land, mittlerweile sind es 18 Hektar, die in einem schmalen Streifen von der unbefestigten Straße bis in den Regenwald hineinreichen. Der Bauer zeigt auf den Wald und sagt: „Hier wurde früher bereits einmal gerodet, das werde ich alles noch säubern.“ Den hinteren Teil des Landes mit dem urwüchsigen Regenwald will er stehen lassen.

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