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Andreas Ross (anr.)

Feuer am Amazonas : Macron hat Bolsonaro Beine gemacht

  • -Aktualisiert am

Dieses von Greenpeace Brasilien zur Verfügung gestellte Bild zeigt einen Brand nahe der Stadt Caneiras do Jamari in Rondonia. Bild: dpa

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro schlägt neue Töne an, die G 7 versprechen Geld. Doch eine Menschheitsfrage bleibt unbeantwortet: Wer garantiert den Schutz globaler Güter?

          Zunächst hatte der französische Präsident Macron auf Konfrontation gesetzt, um Brasilien zur Rettung des Amazonas-Regenwalds zu nötigen, der „Lunge der Welt“. Das war ein für einen G-7-Gastgeber reichlich unkonventioneller Umgang mit einem wichtigen Schwellenland und zeugt von dem ruppigen Umgangston, der sich in der internationalen Politik breitgemacht hat. Es hat seine Wirkung aber nicht verfehlt.

          Geld und technische Unterstützung

          Präsident Bolsonaro schlug auf einmal andere Töne an – und Macron revanchierte sich im Namen der G 7 mit einer höchst konventionellen Antwort: Geld und technische Unterstützung für alle von den Bränden betroffenen Amazonas-Staaten. Der Konflikt mit Bolsonaro über die Nutzung des Regenwalds ist freilich nicht beigelegt.

          Erst recht ist nicht die Menschheitsfrage beantwortet, wie die Staatengemeinschaft „globale öffentliche Güter“ schützen kann. Denn ein Widerspruch prägt unsere Zeit: Es ist offenkundiger denn je, dass der Umgang eines Landes mit „seinen“ Ressourcen Folgen für Menschen auf der ganzen Welt hat. Zugleich erblüht ein Nationalismus, der überall Bevormundung wittert, wo globale Problemlösung versucht wird.

          Glaubwürdig kann Europa in diesem Ringen nur sein, wenn es nicht den Anschein erweckt, die Rettung der Welt anderen aufzubürden. Es muss selbst mit gutem Beispiel vorangehen.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

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