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Britische Corona-Bekämpfung : Johnsons Protzen mit dem Impfen ist unwürdig

Bringt Großbritanniens Impf-Erfolge gegen Brüssel in Stellung: der britische Premierminister Boris Johnson Bild: AP

In der ersten Corona-Welle machte der britische Premierminister keine gute Figur. Inzwischen hat Boris Johnson die Scharte ausgewetzt – wenn er sich nun nur nicht ständig mit seinen Erfolgen brüsten würde.

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          In keinem Land Europas starben seit dem Beginn der Corona-Pandemie so viele Menschen wie in Großbritannien – vermutlich sind es schon mehr als 100.000. In absoluten Zahlen führt das Land auch die Statistik der Neuinfektionen an. Ein Regierungsberater verglich die überfüllten Krankenhäuser auf der Insel am vergangenen Mittwoch mit „Kriegszonen“. Darf man sich da wundern, wenn das Königreich auf dem Kontinent als Ausnahmefall, ja als „Katastrophen“-Gebiet dargestellt wird?

          Ein bisschen schon. Denn setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung, bleibt die (Zwischen-)Bilanz zwar schrecklich, ist aber nicht mehr einzigartig. Pro Kopf starben in den Sorgenländern der Europäischen Union, in Italien oder der Tschechischen Republik, ähnlich viele Menschen; in Belgien sogar deutlich mehr.

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