https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/boris-johnson-und-grossbritannien-glueckliche-briten-dank-der-queen-18089520.html

Großbritannien und Johnson : Das glückliche Königreich

Der britische Premierminister Boris Johnson mit Militärangehörigen bei den Feierlichkeiten zum Platinjubiläum der Queen am 2. Juni. Bild: dpa

Trotz des Streits über Premierminister Boris Johnson und seine Politik sind die Briten gelassener und robuster als andere Nationen. Dafür steht vor allem die Queen.

          3 Min.

          Beobachter des Vereinigten Königreichs sind gerade hin und her geworfen zwischen widersprüchlichen Wahrnehmungen. Erst wurden sie Zeuge einer viertägigen Volksparty für die Queen, bei der sich die Briten von ihrer besten Seite zeigten: schwungvoll, würdig, phantasiebegabt, selbstironisch und vor allem einig. Kaum war das „Platinum-Jubilee“ zu Ende, führte der aufgeflackerte politische Kampf die andere Seite der Nation vor. In der Dauerauseinandersetzung um den umstrittenen Premierminister spiegeln sich Schärfe, Bitterkeit, Selbstzweifel und Zerrissenheit.

          Um die beiden Sichtweisen zusammenzubringen, hilft es, die kurze mit der langen Perspektive zu verbinden. Der Brexit, noch keine sechs Jahre alt, hat zweifellos die Stimmung im Land vergiftet. Auch wenn kaum noch darüber diskutiert wird, die Entscheidung zurückzudrehen, ist der Antagonismus nicht verschwunden. Er hat sich verlagert. Jene, die das Land auf einem Irrweg sehen, machen ihre Enttäuschung oder Wut an Boris Johnson fest. Sie sehen den Brexit als ein verantwortungsloses Hasardeurstück, das sich in der Person des Premierministers, dessen Verhalten und auch seinem politischen Kurs manifestiert.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Die Zeiten haben sich geändert: Anti-Atom-Dorf im Jahr 1980 in der Nähe von Gorleben im Wendland

          Fracking und Atomkraft : Das Gorlebener Lagerfeuer wärmt nicht mehr

          Ideologie kann keine Energiepolitik ersetzen. Die Regierung muss konsequenter handeln – und sich Optionen offen halten. Das gilt auch für Atomkraft und eine heimische Gasförderung.