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Boris Johnson und die Pandemie : Schluss mit „Mr. Nice Guy“

Radfahrer fahren am Dienstag über eine leere Brücke vor dem Parlamentsgebäude in London. Bild: dpa

Vom lässigen Regierungschef, der gerne Scherze macht, ist wenig zu spüren: Boris Johnson zeigt in der Corona-Krise Härte. Dabei lässt sein Shutdown durchaus Spielraum für Interpretationen.

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          Wenn es so etwas wie einen nationalen Charakter gibt, müsste man den britischen als ambivalent bezeichnen. Er ist zu etwa gleichen Teilen von Freiheitsdrang und Gesetzestreue geprägt. Der „free-born Englishman“ ist fast immer auch „law-abiding“ – also rebellischer Freidenker und braver Schlangesteher in einem. Diese sehr eigene Balance findet sich während der Corona-Krise in den Maßnahmenpaketen des Premierministers ebenso wieder wie in den Reaktionen der Öffentlichkeit.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          „Kein Premierminister will Maßnahmen wie diese in Kraft setzen“, sagte Boris Johnson, als er am Montagabend in einer Fernsehansprache drastische Eingriffe in den Alltag und die Bewegungsfreiheit der Bürger verkündete. Es gebe keine einfachen Optionen zurzeit, fuhr er fort und kündigte an: „Der Weg vor uns ist hart.“ Aber in Zeiten eines „nationalen Notstands“ gebe es keine andere Möglichkeit, um den staatlichen Gesundheitsdienst NHS zu entlasten und „viele, viele tausend Menschenleben zu retten“.

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