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Großbritannien : Boris Johnson stimmt Rücktritt als britischer Premierminister zu

  • Aktualisiert am

Britischer Premierminister Boris Johnson Bild: AP

Nach Medienberichten tritt Boris Johnson noch am Donnerstag als Parteichef der Tories zurück. Regierungschef will er bis zum Herbst bleiben. Sein Büro kündigt eine Ansprache an.

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          Nach einer offenen Revolte gegen ihn wird der britische Premierminister Boris Johnson laut Medienberichten noch am Donnerstag als Parteichef der Konservativen zurücktreten. Johnson wolle aber noch bis Herbst Regierungschef bleiben, meldete der britische Sender BBC am Donnerstag. Nach einer ganzen Reihe von Skandalen waren seit Dienstagabend mehr als 50 Minister und andere Regierungsvertreter aus Protest gegen Johnson zurückgetreten.

          Das Büro von Johnson in der Downing Street kündigte eine Ansprache des Premierministers an. Er werde sich im Laufe des Tages an die Nation wenden.

          Zuvor hatte Johnson zunehmend an Rückhalt verloren. Mehrere Kabinettsmitglieder waren zurückgetreten, weitere Tory-Mitglieder legten ihre Ämter nieder. Selbst der erst am Dienstag in seinen Posten berufene Finanzminister Nadhim Zahawi rief Johnson öffentlich zum Rücktritt auf. „Premierminister, in Ihrem Herzen wissen Sie, was das Richtige ist. Gehen Sie jetzt“, schrieb Zahawi in einem auf Twitter veröffentlichten Brief an Johnson. Bis zuletzt hatte der sich kämpferisch gezeigt und einen Rücktritt abgelehnt.

          Skandal um sexuelle Belästigung

          Am Mittwochabend hatte Johnson vielmehr seinen Wohnungsbauminister Michael Gove entlassen, der ihn Medienberichten zufolge ebenfalls zum Rücktritt aufgefordert hatte. „Er hat Michael Gove gefeuert“, sagte James Duddridge, ein enger Mitarbeiter Johnsons, dem Sender Sky News. „Der Premierminister ist in bester Laune und wird weiter kämpfen.“

          In Siegerpose: Boris Johnson bei seiner ersten Ansprache als Premierminister vor seinem Amtssitz 10 Downing Street im Juli 2019 Bilderstrecke
          Boris Johnson tritt zurück : Die Amtszeit eines Showmans

          Bei einem Krisentreffen in der Downing Street hatten führende Kabinettsmitglieder Medienberichten zufolge versucht, Johnson gemeinsam zum Rücktritt zu drängen. „Düstere Stimmung in Downing Street No 10, Insider berichtet von 'vielen Tränen' im Gebäude“, schrieb die Politikredakteurin Pippa Crerar vom „Daily Mirror“ auf Twitter.

          Die Serie von Rücktritten begann in dieser Woche kurz nach einer Stellungnahme Johnsons, in der dieser sich dafür entschuldigt hatte, einen unter dem Verdacht der sexuellen Belästigung stehenden Tory-Politiker zum stellvertretenden Parlamentarischen Geschäftsführer gemacht zu haben. Chris Pincher war Ende vergangener Woche von diesem Posten zurückgetreten, nachdem er zwei Männer sexuell belästigt hatte.

          Johnson war bereits 2019 über Vorwürfe gegen Pincher informiert worden, was der Premier zunächst dementieren ließ, es dann aber doch eingestehen musste und versicherte, er habe diese Tatsache „vergessen“.

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