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Boris Johnson : Großbritannien vermutet Putin hinter Nervengift-Anschlag

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Der britische Außenminister Boris Johnson vor einer Kabinettssitzung am Dienstag in London Bild: EPA

Man habe nichts gegen die Russen an sich, sagt der britische Außenminister. Doch gegen den russischen Präsidenten erhebt Boris Johnson im Fall Skripal schwere Vorwürfe.

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          Im diplomatischen Konflikt um den Nervengift-Angriff auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal ist keine Entspannung in Sicht. Der britische Außenminister Boris Johnson hat den russischen Präsidenten persönlich für die Attacke verantwortlich gemacht. Es sei „äußerst wahrscheinlich“, dass Wladimir Putin selbst die Entscheidung getroffen habe, ein Nervengift gegen Skripal einzusetzen, sagte Johnson am Freitag in London dem britische Nachrichtensender „Sky News“. Man habe nichts gegen die Russen an sich. „Wir streiten mit dem Kreml und mit Putin“, sagte der britische Außenminister.

          Die Antwort aus Moskau ließ nicht lange auf sich warten. Kremlsprecher Dimitri Peskow wies die von Johnson erhobenen Vorwürfe umgehend zurück. „Jeder Verweis oder eine Erwähnung unseres Präsidenten in diesem Zusammenhang ist nichts anderes als eine schockierende und unverzeihliche Verletzung der diplomatischen Anstandsregeln“, sagte Putins Sprecher der Agentur Tass zufolge. „Wir haben bereits auf verschiedenen Ebenen mehrfach erwähnt, dass wir nichts mit dieser Geschichte zu tun haben.“

          Skripal und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Stadt Salisbury entdeckt worden. Nach britischen Angaben wurden sie Opfer des Nervengifts Nowitschok, das während des Kalten Krieges in der Sowjetunion entwickelt worden war.

          Am Donnerstag hatte die britische Premierministerin Theresa May Russland wegen des Giftangriffes auf Skripal mit weiteren Sanktionen gedroht. „Falls Russland uns weiter provoziert, dann könnten wir andere Maßnahmen einsetzen“, sagte May in der südenglischen Kleinstadt Salisbury. Details nannte sie nicht.

          Zu den bisherigen Sanktionen Großbritanniens gehört unter anderem die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten. Auch werden weder Minister noch Mitglieder der Königlichen Familie im Sommer zur Fußballweltmeisterschaft reisen, die erstmals in Russland ausgetragen wird.

          Von einem Boykott der Fußballweltmeisterschaft als Reaktion des Westens auf die Nervengift-Attacke hält Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts. Es gehe jetzt um eine rasche Aufklärung des Anschlags, sagte die CDU-Vorsitzende am Freitag in Berlin bei einem Treffen mit Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven. Sie hoffe, dass sich Russland an dieser Aufklärung beteilige. Merkel würdigte ausdrücklich, dass die britische Regierung dazu das verwendete Gift zur Verfügung stelle.

          Löfven äußerte sich ebenfalls besorgt. Schweden stehe voll und ganz hinter der britischen Forderung, dass Russland erklären müsse, wie das Nervengift eingesetzt werden konnte, sagte er.

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