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Nach dem Misstrauensvotum : Ist Johnson jetzt nur noch eine lahme Ente?

Der britische Premierminister Boris Johnson am Dienstag nach dem Votum mit seinem Kabinett in London Bild: dpa

Der britische Premierminister hat das Misstrauensvotum knapp überstanden. Johnsons zur Schau getragener Optimismus wirkt aber aufgesetzt. Ihm droht schon bald wieder Ungemach.

          5 Min.

          Selten sah man Boris Johnson so angeschlagen wie am späten Montagabend, als er sein schwaches Abschneiden beim Misstrauensvotum als „überzeugendes, entschiedenes Ergebnis” interpretierte. Fahrig mäanderte der britische Premierminister vor sich hin, als er im BBC-Interview zu erklären versuchte, warum man jetzt „nach vorn schauen“ dürfe. Sein oft ansteckender Optimismus wirkte aufgesetzt. Aus den aufgerissenen Augen blickten den Zuschauer Verwundung und Angst an. Oder war es nur eine Erkältung?

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Wieder einmal sieht es so aus, als erlebten die Briten den Anfang vom Ende dieser kurzen, gleichwohl bemerkenswerten Premierministerschaft. Die Kommentare in den Zeitungen lassen daran jedenfalls kaum einen Zweifel. Andererseits sah die öffentliche Meinung den Premierminister schon mehrmals am politischen Abgrund, und bisher gelang es Johnson stets, die Kurve zu kriegen. Zuletzt geschah das Anfang des Jahres, als schon einmal ein Misstrauensvotum bevorstand, und dann der russische Angriff auf die Ukraine die Rebellion in sich zusammensacken ließ.

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