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Boris Johnson : In den Trümmern britischer Regierungskunst

Nur 13.000 Tests pro Tag: Großbritannien liegt bei den Testkapazitäten weit hinter seinen Zielen. Bild: EPA

Boris Johnsons Versuch, sich in der Corona-Krise zum Staatsmann zu verwandeln, ist zwecklos. Dazu braucht es Fähigkeiten, die er nicht hat.

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          Für Boris Johnson folgt Schlag auf Schlag. Zu den täglich neuen Berichten über ein kollabierendes Gesundheitssystem kommt jetzt noch die Hiobsbotschaft hinzu, dass nur eine winzige Minderheit der Angestellten in britischen Krankenhäusern auf das Coronavirus getestet wurde. Sie spricht der Versicherung des Premierministers Hohn, die Krise sei alsbald zu meistern.

          Auch der Ansturm auf das Hilfspaket der Regierung, das geradezu überrannt wird, spricht nicht gerade für den Optimismus der Briten. Sie haben mit dieser Regierung auch keinen Grund dazu, die ihnen noch vor wenigen Wochen weismachen wollte, eine Massenimmunisierung binnen kurzer Zeit sei der beste Weg aus der Krise – es war wohl, umgekehrt, der beste Weg von der Krise in die Katastrophe.

          Johnson wollte sein sinkendes Ansehen dadurch retten, dass er sich – wie immer: rein rhetorisch – vom Clown zum Staatsmann wandelte. Dazu braucht es aber Fähigkeiten, die er nicht hat. Weder handelt er vorausschauend noch erfahren, noch umsichtig. In der Krise wirkt er, wie auch sein amerikanischer Bruder im Geiste, kopflos und überfordert.

          Das Projekt, das ihn nach oben spülte, der Brexit, lässt sich in dem von ihm gewünschten Zeitplan sicher nicht mehr verwirklichen. Mehr denn je stellt sich außerdem die Frage, welcher verborgene Sinn sich diesem Projekt überhaupt noch abgewinnen lassen sollte. Die Corona-Krise führt Johnson vielmehr durch die Trümmer seiner ganzen „Regierungskunst“.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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