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Boris Johnson in der Krise : Bergab mit Peppa Wutz und Moses

„Ein Muss für jedermann“: Boris Johnson und Ehefrau Carrie am Sonntag im Freizeitpark „Peppa Pig World“. Bild: via REUTERS

Eine missratene Rede, in der sich Boris Johnson mit Moses vergleicht und allen Briten den Besuch von „Peppa Pig World“ empfiehlt, befeuert die Debatte über den britischen Premierminister. Hat Johnson das Glück verlassen?

          4 Min.

          Peppa Pig, die deutsche Kinder als Peppa Wutz kennen, ist keine Figur, der Regierungschefs größere Aufmerksamkeit schenken würden. Aber Boris Johnson schwärmte am Montag vor Wirtschaftsvertretern über das Zeichentrickschweinchen und erklärte den Besuch von „Peppa Pig World“ zu einem „Muss” für jedermann. Das wäre vielleicht noch als übliche Johnson-Kuriosität durchgegangen, hätte er nicht in derselben Rede ein Auto nachgeahmt, sich mit Moses verglichen und fast eine halbe Minute schweigend in Manuskriptblättern gewühlt. Manche verglichen Johnsons Auftritt schon mit der desaströsen Husten-Rede Theresa Mays vor dem Parteitag in Birmingham, die im Oktober 2017 ihr politisches Ende einläutete.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Weist Johnsons „bizarre” Rede, wie der Daily Telegraph sie nannte, auf ein größeres Problem hin? Viele sehen seinen missglückten Auftritt als Symbol. Seit Wochen eilt er von Panne zu Panne, während sich politische Probleme auftürmen. Ein Tory-Abgeordneter sagte am Dienstag, die Peppa-Pig-Rede habe „die gegenwärtige Lage der Regierung als einer Kackveranstaltung zusammengefasst”. Anhänger des Premierministers wenden ein, dass jeder mal einen Hänger habe und Johnson am selben Tag immerhin drei Reden hätte halten müssen.

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