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Vor Tory-Abstimmung : Boris Johnson bricht Spenden-Rekord

  • Aktualisiert am

Hat das Ziel fest im Blick: Boris Johnson Bild: EPA

Er gilt als haushoher Favorit, und er hat zudem viel Geld eingesammelt: Für Boris Johnson läuft es bei seiner Kandidatur für den Tory-Parteivorsitz weiterhin gut.

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          Boris Johnson hat bei seiner Kandidatur für den Tory-Parteivorsitz und als neuer Premierminister einen Spendenrekord aufgestellt. In den vergangenen zwei Wochen erhielt er 200.000 Pfund, wie aus Zahlen des Parlaments hervorgeht. Die bisherige Gesamtsumme erreicht damit 702.000 Pfund und damit mehr als die 627.000 Pfund, die David Miliband 2010 bei seiner Kandidatur für den Vorsitz von Labour erhielt. In der kommenden Woche soll bekanntgegeben werden, wen die etwa 160.000 Tory-Mitglieder per Briefwahl zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt haben. Der Sieger wird auch Premierminister.

          Johnson gilt als Favorit – daran ändert auch ein BBC-Interview von Freitagabend nichts, bei dem er große Wissenslücken zu seinem Brexit-Plan offenbart hatte. Johnson will Großbritannien am 31. Oktober aus der EU führen, „komme, was wolle“. Sollte die EU bis dahin nicht auf die Forderungen Johnsons zu Änderungen am Brexit-Abkommen eingehen, will er notfalls ohne Deal aus der Staatengemeinschaft ausscheiden.

          Eine Umfrage der konservativen Webseite „Conservative Home“ hatte am Sonntag nahegelegt, dass bis zu diesem Tag bereits mehr als zwei Drittel der Parteimitglieder ihre Stimme abgeben hatten. Damit wären die Chancen für Außenminister Jeremy Hunt, der gegen Johnson antritt, passé. Andere Medien hatten hingegen berichtet, dass sich die Tory-Mitglieder für ihre Entscheidung auch mehr Zeit gelassen haben könnten. Demnach sollen erst weniger als die Hälfte der Unterlagen eingegangen sein.

          Johnson und Hunt touren noch bis Mittwochabend durchs Land, um der Parteibasis ihre politischen Vorstellungen in Regionalkonferenzen zu präsentieren. Ein Anzeichen, dass die Stimmung kippen könnte, gab es am Freitagabend im südwestenglischen Cheltenham. Als Johnson, wie so oft, um eine schwierige Frage herumlavieren wollte, rief ihm ein Mann aus dem Publikum zu: „Beantworte die verdammte Frage!“ – und bekam dafür großen Applaus.

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