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Johnson in Amerika : Auch „Global Britain“ ist nur der Juniorpartner

Boris Johnson auf dem Weg zum „Seniorpartner“ in den USA Bild: AP

Nach der Kritik in London an Amerikas Abzug hat sich Großbritannien wieder eng an die Weltmacht geschmiegt. Das Grollen in Paris wird abgetan.

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          Noch kürzlich sah es so aus, als könnte sich Großbritannien vielleicht wieder „Europa“ annähern. In London war die Kritik am amerikanischen Abzug aus Afghanistan besonders heftig. Auch britische Politiker äußerten Zweifel, ob auf die Weltmacht noch Verlass sei. Die sind nach Abschluss des Sicherheitspakts mit Amerika und Australien verstummt; die Frage, sollte sie je wirklich gestellt worden sein, wo das Königreich sicherheitspolitisch besser aufgehoben sei, ist geklärt: Auch „Global Britain“ ist Juniorpartner Amerikas, nicht mehr, nicht weniger.

          Bei seiner Reise in die Vereinigten Staaten wird Premierminister Johnson wenig von der Aufregung um den neuen Sicherheitspakt spüren, der Frankreich so in Rage versetzt und bei dem die Beteiligten diplomatischer hätten vorgehen können. Es ist ja auch nicht einzusehen, warum Frankreich in die strategischen Überlegungen nicht einbezogen wurde. So dürfte es noch eine Weile dauern, bis die französische Wut abgeklungen ist und die Politik nicht mehr nach Vergeltung lechzt.

          In Amerika wird Johnson allerdings mit einem Thema konfrontiert werden, das Frankreich mittelbar berührt: mit den Folgen des Brexit für Nordirland. Viele amerikanische Politiker, Präsident Biden eingeschlossen, fänden es nicht witzig, sollte Johnson im aktuellen Streit mit der EU keine Einigung suchen. Ein Handelsabkommen mit Washington könnte er dann abschreiben. Apropos: Die Aussichten für ein Abkommen der EU mit Australien sind jetzt auch nicht besser geworden.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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