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Polizei vermutet Anschlag : Bombe explodiert nahe Grenze zu Irland

  • Aktualisiert am

Polizeiauto in Londonderry (Archivbild) Bild: dpa

Die Aussicht auf einen No-Deal-Brexit sorgt in Nordirland abermals für Spannungen: Am Montagmorgen detonierte in Grenznähe ein Sprengsatz. Die Polizei vermutet einen Anschlag aus dem IRA-Umfeld.

          In Nordirland ist am Montagmorgen nahe der Grenze zur Republik Irland auf einer Straße ein Sprengsatz explodiert. Vize-Polizeichef Stephen Martin zeigte sich vor Journalisten in Belfast überzeugt, dass es sich bei der Explosion um einen versuchten Anschlag auf nordirische Sicherheitskräfte handelte. Durch einen Hinweis vom Samstagabend sei versucht worden, Polizisten und Anti-Terror-Einheiten zum Ort der Explosion zu locken.

          Martin hielt es nach eigenen Angaben für möglich, dass die Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) oder ihre Absplitterungen New IRA und Continuity IRA für den Anschlagsversuch verantwortlich sein könnten. Die IRA wäre nach seinen Worten „ein guter Ausgangspunkt für die Ermittlungen“.

          Die IRA kämpfte Jahrzehnte für die Vereinigung Nordirlands, das zu Großbritannien gehört, mit der Republik Irland. Durch die EU-Integration und das Karfreitagsabkommen von 1998 war der Nordirland-Konflikt entschärft worden.

          Angesichts des für den 31. Oktober geplanten Brexit und der fehlenden Einigung zwischen der EU und Großbritannien auf eine künftige Grenzvereinbarung zwischen dem EU-Mitglied Irland und Nordirland haben die politischen Spannungen in Nordirland zuletzt wieder zugenommen.

          Im April hatten IRA-Dissidenten bei einer Demonstration im nordirischen Derry eine 29 Jahre alte Journalistin erschossen. Der irische Premierminister Leo Varadkar verurteilte den versuchten Anschlag vom Montag, der „verheerende Auswirkungen“ hätte haben können.

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