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AfD-Vize in Brasilien : Bolsonaro hat Beatrix von Storch empfangen

Beatrix von Storch (links), stellvertretende AfD-Vorsitzende, Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und Sven von Storch, Ehemann von Beatrix, stehen im Präsidentenpalast zusammen. Bild: dpa

Die AfD sucht im Ausland nach Verbündeten. In Brasilien traf die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch nun den rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Nicht jedem gefällt der Besuch der Deutschen.

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          Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Brasiliens Präsidentensohn Eduardo Bolsonaro auf Twitter ein Foto, das ihn mit Beatrix von Storch und ihrem Ehemann Sven zeigt. Dazu schrieb der Politiker, man teile die Ideale der „Familienverteidigung, des Grenzschutzes und der nationalen Kultur“. An diesem Montag wurde publik, dass die stellvertretende AfD-Vorsitzende auf ihrer Auslandsreise auch Eduardos Vater Jair Bolsonaro, den rechtspopulistischen Präsidenten Brasiliens, getroffen hat. Der empfing die deutsche Politikerin im Präsidentenpalast, wie ein weiteres Foto zeigt, das die Bundestagsabgeordnete am Montag verbreiten ließ.

          Tim Niendorf
          Politikredakteur.

          Von Storch schrieb, ihre Partei wolle sich „stärker vernetzen und auf internationaler Ebene für unsere christlich-konservativen Werte einstehen“. Das Treffen soll nach Angaben des Bundestagsbüros von Beatrix von Storch schon am Mittwoch vergangener Woche stattgefunden haben.

          In Brasilien stieß der Besuch der Deutschen bei der Opposition auf Kritik. Gleisi Helena Hoffmann, die Vorsitzende der linken Arbeiterpartei PT, der auch der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva angehört, fand scharfe Worte. Das Treffen von Bolsonaro nahestehenden Abgeordneten „mit einer nationalsozialistischen deutschen Parlamentarierin“ sei „erbärmlich“, schrieb sie auf Twitter, nachdem Eduardo Bolsonaro das Foto mit von Storch veröffentlicht hatte. Die Gesprächspartner hätten vieles gemein: „Fremdenfeindlichkeit, Hassrede und antidemokratischer Haltung.“

          Auch das Holocaust-Museum „Museu do Holocausto“ in Curitiba hatte die Begegnung des Präsidentensohns mit der deutschen Politikerin kritisiert. Die AfD sei eine Partei mit „rassistischen, sexistischen, islamophoben, antisemitischen und fremdenfeindlichen Tendenzen“.

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          Bolsonaro steht in Brasilien aktuell vor allem wegen seiner Corona-Politik unter Druck. Das Virus hat er lange verharmlost, die Impfkampagne lief zunächst langsam an, die Todeszahlen sind hoch. Zuletzt kam es zu einigen Demonstrationen. In den Umfragen hat der Präsident an Zustimmung verloren. Im kommenden Jahr steht wieder eine Präsidentenwahl an.

          Die AfD sorgte in der jüngeren Vergangenheit schon mit anderen Auslandsreisen für Aufsehen. So war unter anderem die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel in Russland und auch der Parteivorsitzende Tino Chrupalla traf sich dort mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow. Darüber hinaus waren einige AfD-Politiker auf die von Russland annektierte Krim gereist.

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