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Waldbrände in Amazonien : Bolsonaro stellt Bedingungen für Hilfsangebot

  • Aktualisiert am

Antonio Enésio Tenharin, Anführer der Tenharin, ein indigenes Volk im Süden des Bundesstaates Amazonas, sitzt auf einem Feld, das durch die verheerenden Brände in der Manikorenregion des brasilianischen Amazonasgebiet zerstört wurde. Bild: dpa

Die Industrieländer wollten im Amazonasgebiet eigentlich den Einsatz von Löschflugzeugen finanzieren. Doch der brasilianische Präsident fordert dafür noch mehr.

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          Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat für die Annahme der von den G-7-Staaten angebotenen Hilfe für die Bekämpfung der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet Bedingungen gestellt. „Zunächst sollte Macron die Beleidigungen gegen mich zurücknehmen“, sagte der Staatspräsident am Dienstag beim Verlassen seiner Residenz. „Er hat mich einen Lügner genannt. Und dann hat er nach meinen Informationen die Souveränität des Amazonasgebiets in Frage gestellt.“

          Die G-7-Staaten hatten Brasilien bei ihrem Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen amerikanischer Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) zugesagt, um die Löscharbeiten in der Waldbrandregion zu unterstützen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Amazonasregion wegen deren Bedeutung für den globalen Klimaschutz zudem als „Gemeingut“. „Um mit Frankreich, das die besten Absichten hat, zu sprechen oder irgendwas anzunehmen, muss er diese Äußerungen zurücknehmen“, sagte Bolsonaro.

          Zuvor hatte sein Präsidialamtschef Onyx Lorenzoni nach der Interpretation eines Blogs im Nachrichtenportal G1 nahegelegt, dass Brasilien die Hilfe nicht annehmen wolle. Das Geld sei möglicherweise besser in Europa angelegt, sagte Lorenzoni demnach. Bolsonaro bestätigte dies zunächst nicht. „Habe ich das gesagt?“, fragte er die Journalisten vor seiner Residenz auf Nachfrage. „Habe ich gesprochen? Hat Jair Bolsonaro gesprochen?“

          Die brasilianische Regierung hat Macron in den vergangenen Tagen wiederholt scharf angegriffen, weil der französische Präsident die Amazonas-Waldbrände auf die Agenda des G-7-Gipfels gesetzt hatte. Bolsonaro selbst warf Macron eine „kolonialistische Mentalität“, eine „Instrumentalisierung“ der Amazonas-Waldbrände sowie einen „sensationsgierigen Ton“ vor. Der ultrarechte Politiker schreckte selbst vor einer sexistischen Attacke gegen Macrons Ehefrau Brigitte nicht zurück.

          In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar stieg die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach den jüngsten Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 78 Prozent auf mehr als 80.000 Brände. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

          Umweltschützer und indigene Gruppen werfen Brasiliens rechtem Präsidenten Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer, Holzfäller und Goldgräber zu immer weiteren Rodungen ermutigt fühlen. So sollen Medienberichten zufolge Bauern im Bundesstaat Pará sich zu einem „Tag des Feuers“ verabredet und große Waldflächen in Brand gesteckt haben.

          „Es besteht der Verdacht auf eine orchestrierte Aktion. Es gibt den Verdacht, dass das von langer Hand geplant wurde“, sagte Generalstaatsanwältin Raquel Dodge. Sie leitete strafrechtliche Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Brandstifter ein.

          Der örtliche Bauernverband stritt eine koordinierte Brandrodung in der Region unterdessen ab. „Wenn es so etwas gegeben hat, war es ein Einzelfall. Wir wissen nichts von einer orchestrierten Aktion“, sagte der Präsident des Verbands in Novo Progresso, Agamenon da Silva Menezes, der Nachrichtenagentur Agência Brasil. „Niemand will Brände, die außer Kontrolle geraten könnten. Das schadet allen.“

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