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Nato-Treffen : Gescheitert in Afghanistan

  • -Aktualisiert am

Der neue amerikanische Außenminister Blinken beim Antrittsbesuch in Brüssel Bild: AP

Die Abschreckung der Nato funktioniert wieder. Für Entwicklungshilfe ist das westliche Bündnis allerdings nicht geeignet, wie sich am Hindukusch gezeigt hat.

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          Das Problem von Trumps Nato-Politik war nicht, dass er die Verbündeten zu größeren Verteidigungsausgaben antrieb. Die sind notwendig, schon im wohlverstandenen Eigeninteresse Europas. Das Problem war, dass Trump Amerikas Beistandsverpflichtung offen in Frage stellte. Damit war die Abschreckung beschädigt, die wichtigste Funktion des Bündnisses. Ein potentieller Gegner konnte darauf spekulieren, dass die Nato im Ernstfall untätig bleiben würde.

          Das immerhin hat sich mit dem Regierungswechsel in Washington geändert. Wenn der neue amerikanische Außenminister seinen Antrittsbesuch in Brüssel als „unerschütterliches Bekenntnis“ seines Landes zur Nato bezeichnet, dann muss man in Moskau und anderswo neu kalkulieren.

          Nicht geändert hat sich, dass die Allianz in Afghanistan vor einer gescheiterten Mission steht. In zwanzig Jahren ist es den ausländischen Truppen nicht gelungen, das Land zu befrieden oder auch nur von gewalttätigen Islamisten zu befreien. Dass kürzlich Schülerinnen das Singen in der Öffentlichkeit verboten werden sollte, zeigt, wohin die Reise geht. Die Taliban werden Afghanistan wieder ihren Stempel aufdrücken, wenn sie an einer künftigen Regierung beteiligt sind.

          Für die Nato hält das vor allem eine Einsicht bereit: Nationenbildung und Entwicklungshilfe sind nichts für eine militärische Allianz. Ihre Rückkehr zur Verteidigung des Bündnisgebiets ist richtig.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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