https://www.faz.net/-gpf-a1q6x

„Black Lives Matter“ : Verletzte und ein Toter bei Demonstrationen in Amerika

  • Aktualisiert am

In Austin wurde ein Demonstrant erschossen. Bild: Reuters

Die Vereinigten Staaten kommen nicht zur Ruhe. Am Wochenende kam es bei Protesten zu teils heftigen Zusammenstößen. Bei einer Demonstration in Austin wurde eine Person erschossen. Die genauen Umstände sind noch unklar.

          2 Min.

          Die Proteste gegen Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten haben sich durch Donald Trumps Einsatz von Bundespolizisten in mehreren Städten wieder zugespitzt. Am Samstag kam es in verschiedenen Städten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. In Louisville wurden dabei drei Menschen verletzt, in Seattle 16 Menschen festgenommen. In Austin wurde eine Person durch Schüsse getötet, während ein Demonstrationszug gerade eine Kreuzung überquerte. Zuvor war es in Portland während Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt abermals zu Zusammenstößen gekommen. Die Sicherheitskräfte, darunter Beamte der Bundespolizei, setzten in der Nacht zum Samstag Tränengas ein und trieben Demonstranten gewaltsam auseinander.

          Hunderte, teils bewaffnete Demonstranten marschierten am Samstag durch Louisville in Kentucky und forderten, dass die Verantwortlichen für den Tod von Breonna Taylor zur Verantwortung gezogen werden sollten. Die 26 Jahre alte Studentin war im März bei einer Drogenrazzia in ihrer Wohnung in Louisville erschossen worden. Ziel der Razzia war jemand anderer, der gar nicht dort wohnte, und es wurden auch keine Drogen gefunden.

          Als am Samstag ein Mitglied einer Gruppe, die sich selbst als bewaffnetes Bündnis schwarzer Amerikaner bezeichnet, einen Schuss abgab, wurden drei Personen verletzt. Nach Angaben des Senders NBC wurden sie ins Krankenhaus gebracht. Keiner von ihnen schwebte in Lebensgefahr.

          Die Polizei stellte Barrikaden auf, weil sich auch Gegendemonstranten einer weißen Miliz formiert hatten. Zu einem Aufeinandertreffen der beiden Gruppen kam es letztlich nicht.

          Im texanischen Austin wurde eine Person im Zuge einer „Black Lives Matter“-Demonstration erschossen und verstarb. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben einen Verdächtigen in Gewahrsam. Nähere Angaben zu den Umständen der Tat machte sie bislang nicht. Bürgermeister Steve Adler teilte laut der „New York Times“ mit, er sei, wie viele in der Stadt, „untröstlich und fassungslos“ wegen dem, was geschehen sei.

          Auch in der amerikanischen Metropole Seattle lieferten sich Demonstranten am Samstag Zusammenstöße mit der Polizei. Sie steckten vor einem Jugendgefängnis Bauwagen in Brand, die Polizei setzte Blendgranaten und Pfefferspray ein. Nach Angaben der „Seattle Times“ wurden 16 Menschen wegen Widerstands gegen Polizisten oder Körperverletzung festgenommen.

          In der Stadt Oakland in Kalifornien wurde ein Gerichtsgebäude in Brand gesteckt. Eine kleine Gruppe von Demonstranten habe Fenster eingeschlagen, Feuerwerkskörper abgeschossen und Polizeibeamte mit Lasern geblendet, teilte die Polizei von Oakland am späten Samstagabend (Ortszeit) mit. Das Feuer konnte rasch wieder gelöscht werden.

          In Aurora, einem Vorort von Denver in Colorado, fuhr ein Auto durch eine Menschenmenge, die auf einer Autobahn demonstrierte. Wie die Polizei mitteilte, feuerte einer der Demonstranten eine Waffe ab und mindestens eine Person wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Außerdem wurden auch dort in einem Gericht Fenster eingeschlagen und es wurde ein Feuer gelegt, wie die Polizei mitteilte. Ermittlungen wurden aufgenommen.

          Weitere Themen

          Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag ab

          Beherbergungsverbote : Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag ab

          Im Streit über die Beherbergungsverbote lehnt Karlsruhe einen Eilantrag ab – aber nicht, weil die Richter die Regelung für verfassungsmäßig halten, sondern weil der Antrag schlicht zu schlecht begründet ist.

          Keine Trump-Euphorie mehr in Kallstadt Video-Seite öffnen

          Heimatort der Großeltern : Keine Trump-Euphorie mehr in Kallstadt

          Anfangs sahen die Einwohner von Kallstadt in Rheinland-Pfalz die Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten mit großem Interesse, denn Trumps Vorfahren stammen aus dem Winzerdorf. Inzwischen scheint das Interesse allerdings erlahmt zu sein. Ein Stimmungsbild kurz vor der Präsidentenwahl Anfang November, bei der sich Trump zur Wiederwahl stellt.

          Topmeldungen

          Eine Familie aus Thüringen wollte ihre Herbstferien auf Sylt verbringen – und klagte.

          Beherbergungsverbote : Bundesverfassungsgericht weist Eilantrag ab

          Im Streit über die Beherbergungsverbote lehnt Karlsruhe einen Eilantrag ab – aber nicht, weil die Richter die Regelung für verfassungsmäßig halten, sondern weil der Antrag schlicht zu schlecht begründet ist.

          Corona-App : Nachverfolgung im Trippelschritt

          Auf den ersten Blick ist sie ein Erfolg: Die Corona-App könnte vor allem den überlasteten Gesundheitsämtern helfen. Sie gibt aber nicht einmal acht Prozent des nachgewiesenen Infektionsgeschehens wieder.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.