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Bin Ladin getötet : Obama will Ground Zero besuchen

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Aus diesem Raum verfolgte Obama die Kommandoaktion Bild: dpa

Am Tag nach der Tötung von Usama Bin Ladin legt das Weiße Haus wert auf die Feststellung, dass die Soldaten auch auf eine Festnahme vorbereitet gewesen seien. Der Nachrichtensender CNN spricht dagegen von einer gezielten Liquidation.

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          Barack Obama will am Donnerstag Ground Zero in New York besuchen - vier Tage nach der Tötung von Al-Qaida-Chef Usama Bin Ladin durch ein amerikanisches Sonderkommando in Pakistan. Dort, wo am 11. September 2001 Terroristen zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center steuerten, will sich der Präsident mit Angehörigen der Opfer treffen, berichteten amerikanische Medien am Montagabend unter Berufung auf einen Sprecher des Weißen Hauses. Bin Ladin gilt als Hauptdrahtzieher der Anschläge, bei denen allein in New York etwa 2600 Menschen ums Leben gekommen waren. Bei der Bekanntgabe des Todes Bin Ladens in der Nacht zum Montag hatte Obama die Hoffnung geäußert, dass die Familien der Opfer nun zumindest etwas Frieden finden könnten.

          Der UN-Sicherheitsrat begrüßte den Tod des Terroristenführers Usama Bin Ladin ausdrücklich. Die 15 Mitglieder des höchsten Gremiums der Vereinten Nationen verabschiedeten am Montagabend in Anwesenheit von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon eine präsidentielle Erklärung, in der die Mitglieder ihre Entschlossenheit bekräftigten, terroristische Organisationen und deren Akteure mit voller Strenge zur Rechenschaft zu ziehen. Eine solche Erklärung des Sicherheitsrates zum Tod eines Menschen ist äußert selten. Ban hatte vor dem Treffen des Sicherheitsrates den Tod von Bin Laden als „Wendepunkt“ im gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus bezeichnet.

          Bei einer gezielten Kommandoaktion erschossen amerikanische Elitesoldaten den Al-Qaida-Chef in Pakistan. Nach Worten von Präsident Barack Obama starb der 54 Jahre alte Bin Ladin nach einem Schusswechsel mit der Spezialeinheit. Die Kommandoaktion hätte nach Angaben des Weißen Hauses nicht mit dem Tod des Terroristenchefs enden müssen. Man sei auch darauf vorbereitet gewesen, ihn gefangen zu nehmen, sagte Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan. An der Aktion seien keine pakistanischen Sicherheitskräfte beteiligt gewesen.

          Obama, Vizepräsident Joe Biden (l.), Verteidigungsminister Gates (r.), Außenministerin Clinton (Zweite von rechts) und Sicherheitsberater im Lagezentrum des Weißen Hauses

          Nach Informationen des amerikanischen Nachrichtensenders CNN handelte es sich hingegen um eine „Kill Mission“ - eine gezielte Liquidation. Eine Festnahme sei nicht das Ziel gewesen, berichtete der Sender unter Berufung auf ungenannte Quellen. Bin Ladin sei durch einen Kopfschuss getötet worden. Eine Erbgut-Analyse bestätigte laut CNN eindeutig die Identität Bin Ladins. Dessen Leiche wurde umgehend im Meer bestattet - ein für Moslems unübliches Verfahren.

          Zuvor hatte die amerikanische Einheit in einem 40-minütigen Einsatz den stark gesicherten Gebäudekomplex in Abbottabad 60 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad gestürmt. Bin Laden setzte sich zur Wehr. Bei dem Feuergefecht wurden auch drei weitere Männer und eine seiner Ehefrauen getötet, die allerdings nicht, wie zunächst vom Weißen Hauses gemeldet, als Schutzschild missbraucht wurde. Unter den Toten sind nach Vermutungen der Behörden Bin Ladins erwachsener Sohn und zwei Kuriere, die eine wichtige Spur zu dem Terror-Chef waren.

          Die Vereinigten Staaten befürchten Vergeltungsaktionen. Ihre diplomatischen Vertretungen wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Die amerikanische Regierung appellierte dringend an ihre Bürger in besonders brisanten Regionen, Massenansammlungen zu meiden. Die Kontrollen an den New Yorker Flughäfen wurden erheblich verstärkt, an Bahnhöfen und größeren U-Bahn-Stationen zeigten Polizisten mit Sturmgewehr, Helm und Schutzweste Präsenz.

          Nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am Montag mit Obama telefonierte, hat sich die Sicherheitslage in Deutschland nicht verändert. Es sei weiter nötig, wachsam zu sein. Die Gefahr durch den internationalen Terrorismus sei noch lange nicht gebannt.

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