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Lehren aus der Corona-Krise : Fragen über Fragen

Während des Qing-Ming-Festivals Anfang April in Singapur wurden nur wenige Menschen auf dem Chinesischen Friedhof Chua Chu Kang gesehen. Bild: dpa

Noch ist es zu früh, auch nur eine erste Bilanz der Corona-Krise zu ziehen. Aber irgendwann müssen Fragen gestellt werden. Die Antworten werden nicht immer schmeichelhaft sein.

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          Irgendwann werden alle Länder, welche die Corona-Pandemie (hart) trifft, Bilanz ziehen: Was wurde richtig gemacht, was falsch? Welche Maßnahme hat sich als zielführend erwiesen, welche wurde zu spät ergriffen? In welchem Zustand befand sich das Gesundheitssystem bei Ausbruch der Krise? Hatten die Politiker eine Pandemie auf dem Schirm? Im Vereinigten Königreich werden die skandalös mangelhafte Bevorratung mit Schutzausrüstung und die mutmaßlich falsche Strategie in den ersten Wochen noch schärfer in den Blick rücken. In Frankreich wird es der Mangel an Intensivbetten sein. Und so weiter.

          Schon jetzt wird gefragt, was man von anderen lernen könne. Welche Vorbilder bieten sich an, was Testen, Isolieren und Quarantäne angeht? Noch vor kurzem wurde Singapur als Modell gerühmt; jetzt verzeichnet der Stadtstaat sprunghaft steigende Infektionen – weil man die Gastarbeiter in ihren Unterkünften „übersehen“ hat, die nun Hotspots sind. Das aber soll nur heißen, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben darf angesichts einer Krankheit, gegen die es bislang weder eine bewährte Therapie noch einen erprobten Impfstoff gibt.

          Vermutlich können im Prinzip überall die Infektionen wieder zunehmen. Die Mahnungen, vorsichtig zu sein, sind deswegen berechtigt. In Amerika stimmt ein führender Gesundheitsbeamter die Bevölkerung schon auf die zweite Welle ein. Aus der Warnung kann man „Dann gnade uns Gott“ förmlich heraushören.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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