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Bidens große Pläne : Die neuen Vereinigten Staaten von Amerika

Der amerikanische Präsident Joe Biden sprach am 6. Mai in Westlake, Louisiana, über Infrastrukturprojekte. Bild: AFP

Der amerikanische Präsident will den Staat zum Problemlöser machen. Damit wendet er sich von einer in Amerika jahrzehntelang vorherrschenden Haltung ab, die im Staat eher ein Problem sah.

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          Eines muss man Joe Biden ganz gewiss lassen: Für einen, den vor der Wahl im November selbst viele Demokraten allenfalls für einen Präsidenten des Übergangs gehalten hatten und dem nicht viel zuzutrauen sei, von der körperlichen Verfassung ganz abgesehen, hat er mächtig losgelegt. „American Rescue Plan“, „American Jobs Plan“, American Families Plan“ – es ist eine Kaskade von Vorhaben, wie sie das Land lange nicht gesehen hat. Nicht von ungefähr tauchte in vielen Bilanzen zu Bidens ersten hundert Tagen im Amt der Name Franklin Roosevelt auf. Vor gut einem Jahr, nach dem schleppenden Vorwahlbeginn, hätten sich das nicht allzu viele Zeitgenossen vorstellen können. Aber zu jenem Zeitpunkt hatte man sich auch ganz andere Dinge nicht vorstellen können.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Der Vergleich mit einem der Väter des amerikanischen Sozial- und Interventionsstaats, vielleicht dem Vater überhaupt, hat mehrere Gründe: Wie seinerzeit Roosevelt hat Biden das Amt mitten in einer schweren Krise angetreten. Seine Vorschläge, wie diese Krise – eigentlich handelt es sich ja um mehr als nur eine Krise – zu überwinden sei und welche Konsequenzen zu ziehen seien, sind deswegen ambitioniert und entsprechend dimensioniert.

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