https://www.faz.net/-gpf-aaxhc

Vereinigte Staaten : Biden will Völkermord an Armeniern womöglich anerkennen

  • Aktualisiert am

Riskiert Joe Biden eine Krise mit der Türkei? Bild: AP

Wenn ein Land das Massaker des Osmanischen Reichs an den Armeniern als Völkermord einstuft, ist eine diplomatische Krise mit der Türkei programmiert. Gerade spielt offenbar der amerikanische Präsident mit dem Gedanken.

          1 Min.

          Der amerikanische Präsident Joe Biden will nach Medieninformationen noch in dieser Woche das Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg offiziell als Völkermord anerkennen. Die Zeitungen „New York Times“ und „Wall Street Journal“ berichteten am Mittwoch, Biden werde dies voraussichtlich am kommenden Freitag tun – wenn er seine Meinung nicht noch in letzter Sekunde ändere.

          Biden wäre der erste Präsident der Vereinigten Staaten, der die Taten als Völkermord bezeichnen würde. Mit einem solchen Schritt nähme er eine Belastung der Beziehungen zur Türkei in Kauf. Die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich wurden bislang von rund 30 Staaten als Völkermord anerkannt. Der deutsche Bundestag stufte die Taten im Juni 2016 so ein und löste damit eine schwere diplomatische Krise mit der Türkei aus. Im Dezember 2019 erkannte auch der amerikanische Kongress in einem symbolischen Votum die Greuel als Völkermord an.

          Der 24. April 1915, der sich am kommenden Samstag jährt, markierte den Beginn der Massaker. Schätzungen zufolge töteten Soldaten des Osmanischen Reiches zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Armenier. Die Türkei wehrt sich vehement gegen die Verwendung des Begriffs Völkermord und spricht von einem Bürgerkrieg, in dessen Verlauf auf beiden Seiten Hunderttausende ihr Leben verloren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der amerikanische Präsident Joe Biden (Archivbild)

          Corona-Vakzine : Bidens Kehrtwende bei den Impf-Patenten

          Amerikas Präsident Joe Biden ist nun doch dafür, den Patentschutz bei Corona-Impfstoffen zu lockern. Ärmere Länder, in denen das Geld knapp ist, könnten so billigere Alternativen produzieren.

          Schottlands Zukunft : Gekauft für englisches Gold

          Schon der schottische Dichter Robert Burns sah seine Landsleute ruiniert durch ein fehlgeschlagenes Kolonialabenteuer der Engländer. Wie ist die Stimmung heute, am Tag der schottischen Wahl, zwischen Politikern, Historikern und dem Volk?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.