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Erstes Telefonat nach Monaten : Biden warnt im Gespräch mit Xi vor verschärften Spannungen

  • Aktualisiert am

Treffen zwischen Joe Biden und Xi Jinping im Jahr 2013 Bild: Reuters

Er wolle vermeiden, dass der Wettbewerb mit China in einen Konflikt umschlägt, sagt der amerikanische Präsident im Gespräch mit seinem chinesischen Gegenüber. Das Weiße Haus spricht von einer „breiten, strategischen Diskussion“.

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          Der amerikanische Präsident Joe Biden will nach Angaben aus dem Weißen Haus verhindern, dass der Wettbewerb mit China sich in einen Konflikt verwandelt. Das habe der Staatschef am Donnerstagabend in einem Telefongespräch seinem chinesischen Gegenüber Xi Jinping mitgeteilt, sagte ein amerikanischer Regierungsvertreter.

          Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den rivalisierenden Großmächten sprach das Weiße Haus von einer „breiten, strategischen Diskussion“. Beide Präsidenten hätten „über Bereiche diskutiert, wo unsere Interessen aufeinandertreffen, und über Bereiche, wo unsere Interessen, Werte und Perspektiven auseinandergehen“. Biden und Xi seien übereingekommen, „beide Problemkataloge offen und direkt anzugehen“.

          Weiter hieß es, der Präsident habe seinem chinesischen Kollegen klar gemacht, dass die Vereinigten Staaten weiterhin bemüht seien, „verantwortlich mit dem Wettbewerb zwischen Amerika und der Volksrepublik China umzugehen“. Biden habe das Interesse der Vereinigten Staaten an Frieden, Stabilität und Wohlstand in der indo-pazifischen Region und der restlichen Welt unterstrichen.

          Amerika spricht von gefährlicher „Sackgasse“

          Das Telefonat war der erste direkte Kontakt der beiden Staatchefs seit sieben Monaten. Im Februar, kurz nachdem Biden das Präsidentenamt von seinem Vorgänger Donald Trump übernommen hatte, hatte er zwei Stunden lang mit Xi telefoniert.

          Unter Trump hatten die amerikanischen Beziehungen zu China einen historischen Tiefpunkt erreicht. Trump zettelte unter anderem einen Handelskrieg mit der nach Amerika zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt an, was globale Auswirkungen hatte.

          Die Regierung von Biden hat zwar offiziell Trumps „America First“-Doktrin hinter sich gelassen und sich wieder dem Mulitlateralismus verschrieben. An den Strafzöllen gegen China hielt sie aber fest. Diese diplomatische Sackgasse sei auf Dauer jedoch unhaltbar und potentiell gefährlich, hieß es nun aus Washington.

          Nach Angaben staatlicher Medien aus China wies Xi im Gespräch mit Biden auf die Bedeutung konstruktiver Beziehungen zwischen den beiden Ländern für „das Schicksal der Welt“ hin. „Und dies ist eine Jahrhundertfrage, die beide Länder beantworten müssen“, fügte Xi demnach hinzu.

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