https://www.faz.net/-gpf-ais7b

Videogipfel : Putins Linien und Bidens Optionen

Freundliche Begrüßung für die Kameras: Wladimir Putin und Joe Biden am Dienstag zu Beginn ihres digitalen Gesprächs Bild: AFP

Nach dem Videogipfel der beiden Präsidenten gibt es nur eine knappe amerikanische Erklärung. Sie klingt wie die Statements vor dem Gespräch. Zumindest soll weiter geredet werden.

          5 Min.

          Zwei Stunden dauerte der amerikanisch-russische Videogipfel – und das Ergebnis scheint wie erwartet dürftig zu sein. Das ließ sich zumindest der kurzen Erklärung entnehmen, die das Weiße Haus am Dienstagabend veröffentlichte. Präsident Joe Biden habe Wladimir Putin seine tiefe Besorgnis über die Erhöhung der russischen Truppenzahl an der ukrainischen Grenze zum Ausdruck gebracht, die von den europäischen Verbündeten geteilt werde. Der Präsident habe deutlich gemacht, dass Washington und seine Partner im Falle einer militärischen Eskalation „mit scharfen wirtschaftlichen und anderen Maßnahmen“ antworten würden.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.
          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Biden bekräftigte zudem seine Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine. Weiter teilte das Weiße Haus mit, die beiden Präsidenten hätten ihre Mitarbeiter beauftragt, die Gespräche fortzuführen. Washington werde dies in enger Absprache mit seinen Verbündeten tun –  Biden habe nach dem Gespräch den französischen Präsidenten, die Bundeskanzlerin, den italienischen Ministerpräsidenten und den britischen Premierminister darüber informiert und mit ihnen beraten, wie es weitergehen solle, sagt Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan am Dienstag. Die Erklärung nach dem Gipfel las sich damit fast genauso wie die vielen Statements, welche die amerikanische Regierung vor dem Gespräch der beiden Präsidenten abgegeben hatte.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Schwerer Gang: Anton Schlecker (Mitte) mit seinen Kindern Meike und Lars im Jahr 2017

          Schlecker-Insolvenz : Der tiefe Fall des Anton Schlecker

          Vor zehn Jahren ging Europas größte Drogeriekette unter. Der schwäbische Patriarch verlor sein Lebenswerk. Ein Lehrstück über Beratungsresistenz, das wohl noch nicht zu Ende ist.
          Schwieriger Besuch: Baerbock bei Lawrow im russischen Außenministerium

          Baerbock bei Lawrow : Frostige Begegnung in Moskau

          Annalena Baerbocks Treffen mit Russlands Außenminister verläuft höflich, aber angespannt. Die beiden tragen einander in erster Linie lange Listen an Differenzen vor. Und Lawrow ist gewohnt listig.