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Chaos in Kabul : Der trotzige Biden

  • -Aktualisiert am

Joe Biden ist vor seiner Rede in Washington zu sehen. Bild: Manuel Balce Ceneta/AP

Der amerikanische Präsident musste sich erklären. Zerknirscht gab er sich nicht: Sein Abzugsbeschluss sei genau richtig. Die Schuld am Desaster trügen die Afghanen. Und Donald Trump.

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          Unmittelbar nach seiner kurzen Ansprache im Weißen Haus begab sich der amerikanische Präsident zurück nach Camp David. Da hatte er schon die vergangenen Tage verbracht. Der einzige Grund, warum er für ein paar Stunden nach Washington zurückgekehrt war: der öffentliche Druck, angesichts des Chaos in Kabul den Amerikanern zu erklären, wie die Operation Abzug aus Afghanistan so schiefgehen konnte. Die rasche Rückkehr zum Feriensitz sollte wohl symbolisieren: alles unter Kontrolle. Vor allem aber wirkte sie trotzig.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Befreundete Demokraten hatten dem Präsidenten geraten, Fehler einzugestehen und diese auf seine Kappe zu nehmen. Einer zog gar den Vergleich zu John F. Kennedy nach dem Debakel in Kubas Schweinebucht, das dieser seinerzeit auf sich genommen habe. Davon konnte nun aber keine Rede sein. Zwar sagte Biden am Montag, die Verantwortung liege letztendlich bei ihm. Auch gestand er ein, vom schnellen Vormarsch der Islamisten überrascht worden zu sein: „Die Wahrheit ist, dass sich das schneller entwickelt hat, als wir vorhergesehen haben.“ Das war es aber auch schon mit der Selbstkritik.

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