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Vorwahlen in Amerika : Biden gewinnt in Michigan, Mississippi und Missouri

  • Aktualisiert am

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden Bild: AP

Der frühere Vizepräsident setzt seine Siegesserie fort. Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten kann er seinen Vorsprung auf Bernie Sanders weiter ausbauen.

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          Der amerikanische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden hat Prognosen zufolge die Vorwahl der oppositionellen Demokraten im wichtigen Bundesstaat Michigan gewonnen. Die Nachrichtensender CNN, Fox News und MSNBC erklärten den früheren Vizepräsidenten am Dienstagabend in Michigan zum Sieger über den linksgerichteten Senator Bernie Sanders. Biden siegte Prognosen zufolge auch in den Bundesstaaten Mississippi und Missouri.

          Die Abstimmung in Michigan – ein Industriestaat im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten – galt bei dem Rennen als wichtiger Indikator für die Stärke der Bewerber. Dort geht es um die Stimmen von 125 Delegierten für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli – die meisten Delegiertenstimmen, die am Dienstag bei Vorwahlen in insgesamt sechs Bundesstaaten zu vergeben waren.

          Rückschlag für Sanders

          Bidens Sieg in dem Staat bedeutet für Sanders einen herben Rückschlag. Sanders hatte seinen Wahlkampf in den vergangenen Tagen sehr auf Michigan fokussiert, wo er bei den Vorwahlen 2016 gewonnen hatte. Michigan sei für das Rennen „sehr, sehr bedeutend“, hatte Sanders noch am Wochenende eingeräumt, zugleich aber betont, er werde im Fall einer Niederlage in Michigan auf keinen Fall aufgeben.

          Biden rief Sanders  zur Zusammenarbeit auf: „Wir haben ein gemeinsames Ziel. Zusammen werden wir Donald Trump besiegen“, sagte er in einer Ansprache. „Wir werden diese Nation zusammenbringen.“ Er wolle Sanders und seinen Anhängern für ihre „unermüdliche Energie und Leidenschaft“ danken.

          Neben Michigan, Missouri und Mississippi stimmten die Demokraten auch in Idaho, North Dakota und Washington ab. Insgesamt geht es hier um etwa neun Prozent aller regulären Parteitagsdelegierten. Angesichts der vergleichsweise vielen zu verteilenden Stimmen wurde der Vorwahltag auch „Mini Super Tuesday“ genannt.

          Biden und Sanders liefern sich in dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur einen Zweikampf. Nach einem zunächst äußerst schwachen Start in die Vorwahlserie hatte Biden vergangene Woche beim wichtigsten Vorwahltag, dem „Super Tuesday“, mit Abstimmungen in 14 Bundesstaaten eine überraschende Siegesserie hingelegt, in 10 Staaten gewonnen und Sanders den Rang als Favorit in nationalen Umfragen wieder abgelaufen.

          In den vergangenen Tagen hatte Biden öffentliche Unterstützung von mehreren moderaten Demokraten bekommen, die aus dem Präsidentschaftsrennen ausgestiegen waren. Zuletzt schlugen sich auch die ehemalige Bewerberin Kamala Harris und der ebenfalls ausgestiegene Senator Cory Booker auf seine Seite.

          Nach dem „Super Tuesday“ lag Biden laut vorläufigen Berechnungen des Fernsehsenders CNN bei der Zahl der Delegierten insgesamt bereits in Führung vor Sanders – mit 635 zu 558 Delegierten. Seinen Vorsprung kann er durch die Siege in Mississippi, Missouri und vor allem in Michigan nun noch ausbauen.

          Bei den Republikanern, die am Dienstag ebenfalls Vorwahlen zur Bestimmung ihres Präsidentschaftskandidaten abhielten, stand das Ergebnis quasi schon fest: Amtsinhaber Donald Trump hat parteiintern keine ernstzunehmende Konkurrenz.

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