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Matthias Rüb (rüb)

Sardinen in Italien : Siegreich gegen Salvini?

  • -Aktualisiert am

Auch in Brüssel protestierten die Sardinen. Bild: AFP

Ihr sonderbarer Name steht für heiteren Massenprotest bekennender Menschenfreunde. Die Sardinen wollen Salvini in die Schranken weisen. Sie könnten schaffen, was der Linkskoalition nicht gelang.

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          Ausgerechnet Sardinen: Mit einer vor einem Monat von vier jungen Leuten aus Bologna ins Leben gerufenen Bewegung dieses sonderbaren Namens sind in Italien höchste Hoffnungen verbunden. Es ist die Hoffnung, den Rechtsnationalisten Matteo Salvini in die Schranken zu weisen. Zwar hatte sich der einstige Innenminister Anfang August selbst aus der Regierung mit den linkspopulistischen Fünf Sternen katapultiert. Aber die Position seiner Partei Lega als stärkster Kraft hat er damit nicht unterminiert. Salvini will so schnell wie möglich Neuwahlen, weil er diese gemeinsam mit seinen Verbündeten auf der Rechten gewinnen würde. Die regierende Linkskoalition ist schon nach hundert Tagen von innerem Streit gelähmt.

          Das Jammerbild, das sie abgibt, bekräftigt Salvinis Argument, sie sei nur aus Angst vor ihm zustande gekommen und klebe ohne Vision an den Amtssesseln. Und plötzlich sieht sich Salvini mit einem friedlichen, ja heiteren Massenprotest bekennender Menschenfreunde konfrontiert. Es ist ein Protest der Linken, der ohne linke Parteien auskommt. Wenn bei den Regionalwahlen in der „roten“ Emilia-Romagna Ende Januar der Aufstieg Salvinis gebremst werden sollte, dann wäre dies zum guten Teil das Verdienst einer spontanen Bürgerbewegung, die einen bescheidenen Fisch als ihr Symbol gewählt hat. Dass sich die Parteien der Linkskoalition den Sardinen jetzt andienen, ist ein weiteres Armutszeugnis: Aus eigener Kraft können sie es mit Salvini nicht aufnehmen.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

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