https://www.faz.net/-gpf-9dbky

Russland-Türkei-Kommentar : Beständig wie Aprilwetter

Russlands Außenminister Sergej Lawrow (links) mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag in Ankara Bild: dpa

Bei seinem Besuch in Ankara hat der russische Außenminister zwar schöne Worte über das große Vertrauen zwischen Moskau und Ankara gesagt. Doch ein neues Bündnis entsteht da nicht – jedenfalls noch nicht.

          Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat während seines Besuchs in Ankara schöne Worte über das angeblich große gegenseitige Vertrauen zwischen Moskau und Ankara gesagt und die Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen die Türkei scharf verurteilt.

          Das war es dann aber auch: Ein neues Bündnis ist da – jedenfalls noch – nicht im Entstehen. Wirtschaftliche Unterstützung von Russland kann die Türkei in ihrer derzeitigen Krise ohnehin nicht erwarten, weil der Kreml dazu gar nicht die Mittel hat. Und die politischen Beziehungen zwischen den Präsidenten Putin und Erdogan hatten in den vergangenen Jahren die Beständigkeit von Aprilwetter.

          Angesichts der Bereitschaft beider Herrscher, ihren sogenannten Verbündeten in den Rücken zu fallen, sobald sie einen Vorteil darin erkennen, dürfte sich daran so schnell nichts ändern.

          Wenn die gegenwärtige Krise zu einem Bruch zwischen der Türkei und dem Westen führen sollte, würde der Kreml frohlocken. Aber nicht seine Verführungskünste werden dann der Grund dafür sein, sondern Erdogans Kurs und das, was Donald Trump für Politik hält.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Washington setzt Signale der Deeskalation

          Konflikt mit Iran : Washington setzt Signale der Deeskalation

          Bei einem Treffen im Krisenzentrum des Weißen Hauses soll Trump gesagt haben, er plane keinen Krieg gegen Iran. Es ist sehr ungewöhnlich, dass derartige Gesprächsinhalte öffentlich werden – es sei denn, das Weiße Haus hat selbst Interesse daran.

          Großer Protest gegen Nationalismus Video-Seite öffnen

          Europa vor den Wahlen : Großer Protest gegen Nationalismus

          Eine Woche vor der Europawahl sind tausende Menschen in mehreren Städten in Deutschland auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Nationalismus zu setzen. Europaweit waren Demonstrationen in rund 50 Städten geplant.

          Schweizer stimmen für schärferes Waffenrecht

          Mit rund 64 Prozent : Schweizer stimmen für schärferes Waffenrecht

          Die Eidgenossen haben sich den Verbleib im Schengen-Raum gesichert: Eine Mehrheit sprach sich für die Übernahme der verschärften Waffenrichtlinie der EU aus. Bei einer Ablehnung wäre die Mitgliedschaft automatisch nach sechs Monaten erloschen.

          Zehntausende demonstrieren für Europa Video-Seite öffnen

          Gegen Nationalismus : Zehntausende demonstrieren für Europa

          Sie sind für Europa und gegen Nationalismus – das zeigten zehntausende in vielen Städten Deutschlands. Auch das Scheitern der rechtspopulistischen Koalition in Österreich war auf den Demonstrationen ein Thema.

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Ende : Pech für die Wirtschaft

          Das Aus der schwarz-blauen Regierung ist folgerichtig. Doch wirtschaftlich hat das Bündnis mehr hinbekommen als die Vorgängerregierung. Hoffentlich fällt das Land nicht zurück in Stillstand.

          Wie weiter mit dem Brexit? : Das britische System liegt in Trümmern

          Womöglich kann das britische Parlament einen „No Deal“ nach der Europawahl nicht mehr verhindern. Dann müsste die EU sich auch an die eigene Nase fassen – sie hat zur Polarisierung der Politik im Vereinigten Königreich beigetragen.
          Die 45. Internationale Waffen-Sammlerbörse im März in Luzern

          Mit rund 64 Prozent : Schweizer stimmen für schärferes Waffenrecht

          Die Eidgenossen haben sich den Verbleib im Schengen-Raum gesichert: Eine Mehrheit sprach sich für die Übernahme der verschärften Waffenrichtlinie der EU aus. Bei einer Ablehnung wäre die Mitgliedschaft automatisch nach sechs Monaten erloschen.

          Deutschland beim ESC : S!sters am Ende

          Der deutsche Beitrag beim ESC landet mal wieder auf einem der letzten Plätze. Was haben die S!sters falsch gemacht? Und warum suchen sie die Fehler bei anderen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.