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Besuch von Jimmy Carter : Nordkorea bereit zu Atomgesprächen

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Jimmy Carter mit Nordkoreas oberstem Atombevollmächtigten Kim Kye-gwan Bild: dpa

Nordkorea ist offenbar willens, die Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm wieder aufzunehmen. Das berichteten die staatlichen Medien des Landes nach einem Besuch des früheren amerikanischen Präsidenten Carter. Carter hat außerdem die Freilassung eines in Nordkorea inhaftierten Amerikaners erreicht.

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          Nordkorea hat beim Besuch des früheren amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm bekräftigt. Wie die staatlichen Medien des Landes am Freitag nach Carters Abreise aus Pjöngjang berichteten, äußerte das protokollarische Staatsoberhaupt des Landes, Kim Jong-nam, „die Absicht der Regierung der Volksrepublik für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche“.

          Nordkorea hatte die Sechsergespräche im April 2009 abgebrochen. An ihnen nehmen neben Nordkorea die Länder China, Amerika, Südkorea, Russland und Japan teil.

          Freilassung eines Amerikaners erwirkt

          Carter hat in Nordkorea zudem die Freilassung eines Amerikaners erreicht, der wegen illegaler Einreise zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Der frühere amerikanische Präsident und der 31 Jahre alte Aijalon Gomes flogen mit einer Privatmaschine von Pjöngjang nach Boston.

          Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, Carter habe während seines dreitägigen Besuchs mit Kim Jong-nam über die Freilassung von Gomes verhandelt. Das amerikanische Außenministerium bestätigte die Nachricht über die Freilassung von Gomes. Man sei erleichtert, dass der amerikanische Bürger, der im Januar festgenommen und im April verurteilt worden war, in Kürze zu seiner Familie zurückkehren könne.

          Der als strenggläubiger Christ geltende Gomes war im Januar bei einem angeblich illegalen Grenzübertritt in Nordkorea festgenommen und im April zu acht Jahren Arbeitslager sowie zur Zahlung von umgerechnet 550.000 Euro verurteilt worden. Eine Freilassung des aus Boston stammenden Mannes lehnte die kommunistische Führung in Pjöngjang lange ab. Anfang Juli unternahm Gomes nach Angaben aus Nordkorea einen Selbstmordversuch und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

          Die Vereinigten Staaten und Nordkorea unterhalten keine diplomatischen Beziehungen; Schweden vertritt die Interessen Washingtons in dem kommunistischen Staat.

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