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Besuch in Yad Vashem : Benedikt verneigt sich vor den Opfern des Holocausts

„Förderer des Friedens“

Während eines Empfangs in seiner Residenz am Nachmittag lobte Peres den Gast aus Rom als einen „Förderer des Friedens“ und würdigte ihn als einen „großen spirituellen Führer“. Solche Persönlichkeiten könnten den Weg für die politischen Führer ebnen und „die Minenfelder räumen, die die Straße zum Frieden blockieren“.

Statt auf die jüngsten Verstimmungen einzugehen, lobte Peres vor 700 geladenen Gästen ausdrücklich die Bemühungen Benedikts, jetzt „Bänder der Versöhnung und der Verständigung zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Vatikan und dem jüdischen Volk zu knüpfen“. Kurzfristig hatte sich Benedikt bereit erklärt, in der Residenz des Staatspräsidenten auch kurz mit dem Vater des von der Hamas in Gaza entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit zusammenzutreffen. Angeblich sollte er eine Botschaft für die palästinensischen Politiker erhalten, die Benedikt im Laufe der Woche treffen will.
Abschied in Amman

Vor seinem Abflug aus Amman, der Hauptstadt Jordaniens und ersten Etappe seiner „Pilgerfahrt ins Heilige Land“, war der Papst aufs Neue für die Rechte der Christen in den arabisch-muslimischen Staaten eingetreten, indem er den Jordaniern, Muslimen und Christen, in besonderer Weise für ihre religiöse Toleranz dankte. So könne die Kirche Einrichtungen für ihre soziale Arbeit und das Bildungswesen unterhalten. Religiöse Toleranz und Dialog zwischen den Religionen würden den Frieden in der Krisenregion des Nahen Ostens entscheidend fördern können, sagte Benedikt.

Der jordanische König Abdullah II. hatte das Kirchenoberhaupt nach einem Besuch an der Taufstätte Jesu am Jordan persönlich zum Flughafen gebracht. Dabei rief auch er zum gemeinsamen Engagement von Christen und Muslimen für Gerechtigkeit und Frieden auf. Zudem forderte er eine gerechte Lösung für das Palästinenserproblem. Zu der Zeremonie auf dem Queen-Alia-Flughafen waren neben Regierungsvertretern auch hohe Repräsentanten der christlichen Kirchen und der islamischen Gemeinschaften gekommen.

Abdullah: „Kommen Sie wieder zu uns als ein Freund“

Der Papst hob den „Geist der Offenheit“ in Jordanien hervor und lobte die Friedensinitiativen der jordanischen Regierung im Nahen Osten. „Ich möchte alle Jordanier, seien sie Christen oder Muslime, ermutigen, auf dem festen Fundament der religiösen Toleranz aufzubauen“, bekräftigte das Kirchenoberhaupt. Abdullah II. mahnte zu einem umfassenden Engagement für Verständigung, vor allem mit Blick auf die jungen Generationen. „Es ist lebenswichtig, dass wir mit Respekt den Dialog fortsetzen, den wir begonnen haben.“ Der König rief den Papst auf, gemeinsam „als Gläubige den moralischen Reichtum unserer Glaubensüberzeugungen zu teilen“, um aufeinander zuzugehen und eine bessere Welt zu schaffen.

Nachdrücklich erinnerte der König an die Situation der Palästinenser, die „unter Besatzung und ihren Übeln“ litten. „Es ist Zeit, dass dieses Leiden durch ein Abkommen endet, das den Palästinensern ihre Rechte auf Freiheit und einen Staat garantiert und den Israelis jene Akzeptanz gewährt, die sie als Sicherheit brauchen.“ Eine Zwei-Staaten-Lösung verspreche als einzige dauerhaften Frieden. Abdullah II. wünschte Benedikt XVI. „bedeutungsvolle und erfolgreiche Begegnungen“ auf seinen folgenden Reiseetappen in Israel und den Palästinensergebieten: „Kommen Sie wieder zu uns als ein geschätzter und willkommener Freund.“

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