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Besuch in New York : Von der Leyen gedenkt der Terroropfer am Ground Zero

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch am Ground Zero in New York Bild: AFP

Verteidigungsministerin von der Leyen warnt in New York vor einer „Wiederkehr des Hasses“. Mit ihrem amerikanischen Kollegen will sie über die Entwicklungen im Irak und in Afghanistan sprechen. Nicht in allen Punkten gibt es Einigkeit.

          Ursula von der Leyen unternimmt als Verteidigungsministerin ihren ersten Besuch in Amerika – und sie beginnt ihn nicht mit den üblichen politischen Gesprächen in der Kapitale Washington, sondern an jenem Ort, der die letzten 13 Jahre des Sicherheitsdenken des Westens geprägt hat: Von der Leyen besucht das Mahnmal und das Museum von Ground Zero, den Platz, an dem sich bis zum 11. September 2001 die Zwillingstürme des World Trade Center in den New Yorker Himmel erhoben.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Jetzt erinnern zwei quadratische Krater aus schwarzem Granit an die Stelle, an der der „Krieg gegen den Terror“ begann. Die Ministerin legt einen Kranz zum Gedenken an die fast 3.000 Opfer der Flugzeugattentate jenes Tages nieder, und widmet eine Stunde der Führung durch das unterirdische Museum, das an den Tag des Anschlags, an die Tapferkeit der Feuerwehrmänner, an die Opfer und an den Schock erinnert, den Amerika in diesem Moment erlitt.

          Ground Zero zeige doch, „dass Terrorismus etwas ganz Reales ist, und keine abstrakte Bedrohung“, stellt die Verteidigungsministerin anschließend fest. Zuvor hat sie in das – elektronische – Gästebuch des Museums den Eintrag getippt, dass dieser Ort „uns ohne Worte lässt“, dass „wir dennoch aufgerufen sind, die Freiheit mit Worten und Taten zu verteidigen – gegen die Wiederkehr des Hasses“.

          Von der Leyen gedenkt der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001

          Die Wiederkehr des Hasses wird eines der Themen sein, die von der Leyen in Washington mit ihrem amerikanischen Kollegen Chuck Hagel und mit Susan Rice, der Sicherheitsberaterin des amerikanischen Präsidenten, zu erörtern hat. Das Beispiel Irak zeige, wie die staatliche Regie aus dem Ruder laufen könne, wenn statt des Weges der Versöhnung ein Weg der Spaltung beschritten werde, gibt die Ministerin an. Irak wird zwar trotz der jüngsten Ankündigungen von Präsident Barack Obama über mögliche Interventionen kein Einsatzort werden, über den sich deutsche oder europäische Truppensteller demnächst Gedanken machen müssten – aber Ableitungen aus den aktuellen irakischen Entwicklungen beziehen sich durchaus auch auf Afghanistan.

          Dort hatte Obama kürzlich erst einen Abzugsplan verkündet, der anfangs eine amerikanische Präsenz (rund 10.000 Soldaten) garantiert, mit der auch Deutschland und viele andere Truppensteller eine stabile Nachfolge-Mission für den Isaf-Einsatz zusammenbauen wollen. Allerdings will Obama die Zahl der amerikanischen Soldaten nach nur einem Jahr schon wieder halbieren. Hier nähren auch die jüngsten Unruhen im Irak bei den Deutschen Zweifel, ob ein langsameres Rückzugstempo in Afghanistan nicht angemessener wäre.

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