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Bernie Sanders : „Trump lügt die ganze Zeit“

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Der unabhängige amerikanische Senator Bernie Sanders Bild: EPA

In einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ erhebt der unabhängige Senator schwere Vorwürfe gegen Donald Trump: Dieser wolle „die Grundfesten der Demokratie unterwandern“.

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          In einem Interview mit der Zeitung „The Guardian“ hat der unabhängige Senator Bernie Sanders mit der Politik des neuen amerikanischen Präsidenten abgerechnet. „Trump lügt die ganze Zeit, und ich glaube, das ist nicht einfach ein Unfall, es gibt einen Grund dafür. Er lügt, um die Grundfesten der amerikanischen Demokratie zu unterwandern“, sagte Sanders, der sich 2016 selbst bei den Demokraten als Präsidentschaftskandidat beworben und in der Vorrunde gegen Hillary Clinton verloren hatte.

          Trumps Angriffe gegen die Medien, die Justiz, den Wahlprozess und andere Säulen des amerikanischen öffentlichen Lebens stellten einen „Angriff auf die Demokratie“ dar, so Sanders. Trump mache das, um sich selbst als einziger Retter der Nation zu inszenieren. Trump wolle die Botschaft vermitteln, dass er als Präsident die einzige Person in Amerika sei, die das amerikanische Volk vertrete, die die Wahrheit sage und die die Dinge richtig anpacken könne. Trumps Ziel sei es, „der Führer einer Nation zu werden, die sich deutlich in Richtung Autoritarismus bewegt hat und in der der Präsident außerordentliche Macht besitzt, weit mehr als in unserer Verfassung vorgesehen“.

          Sanders: Bush hat sich nicht so verhalten

          Sanders verglich Trump in dem Interview auch mit dem früheren republikanischen Präsidenten George W. Bush, der während seiner Amtszeit ebenfalls umstritten war. „George Bush war ein sehr konservativer Präsident, ich war jeden einzelnen Tag gegen ihn“, so Sanders. „Aber George Bush hat sich nicht außerhalb des Mainstreams der amerikanischen politischen Werte bewegt.“

          Der 75-jährige Senator aus dem amerikanischen Bundesstaat Vermont hofft nun darauf, dass eine neue Graswurzel-Bewegung Trump massiven Widerstand entgegensetzen könne. Zu dieser Bewegung zählt er unter anderem die Teilnehmer am Woman’s March sowie seine eigenen politischen Anhänger. So hätten allein an einem einzigen Wochenende 150 Auftritte von Trump-Gegnern in 130 Kongressbezirken stattgefunden. Sie hätten „Zehntausende mobilisiert“, die Treffen mit ihren Kongressabgeordneten gefordert hätten, um gegen die Zurücknahme von Obamacare zu kämpfen.

          In dem Interview forderte Sanders jene Republikaner im Kongress, die an die Demokratie glaubten und nicht an den Autoritarismus, explizit dazu auf, ihn bei seinem Widerstand gegen Trump zu unterstützen. „Es ist ihre Pflicht, an diesem Punkt in der Geschichte aufzustehen und zu sagen: Das, was Trump macht, ist nicht das, wofür die Vereinigten Staaten und ihre Verfassung stehen. Sie müssen uns bei unserem Widerstand unterstützen.“

          Zur Debatte über die Russland-Beziehungen von Trump und seinem Team sagte Sanders, der offenbar erfolgreiche Versuch Moskaus, auf die Präsidentschaftswahl Einfluss zu nehmen, sei „inakzeptabel“. „Wir müssen wissen, welchen Einfluss die russische Oligarchie auf Trump hat“, fügte Sanders hinzu. Viele Menschen seien erstaunt darüber, dass Trump sich mit Australien, mit Mexiko und langjährigen Verbündeten überwerfe, über einen autoritären Führer wie Putin hingegen nur positive Worte verliere.

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