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Vorwahlen der Demokraten : „Der Anfang vom Ende von Donald Trump“

  • -Aktualisiert am

Bernie Sanders tritt in der Stadt Manchester vor seine jubelnden Anhänger. Bild: AFP

Bernie Sanders siegt vor Pete Buttigieg und Amy Klobuchar. Joe Biden enttäuscht. Nach der Vorwahl in New Hampshire wird auch über einen demokratischen Bewerber diskutiert, der dort gar nicht aufgetreten ist.

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          Es gehört zu den liebgewonnenen Traditionen in New Hampshire, dass das erste Vorwahl-Ergebnis des Bundesstaates aus dem kleinen Dorf Dixville Notch vermeldet wird. Dieses Mal war die Aufregung um kurz nach Mitternacht, also noch lange bevor andernorts überhaupt mit dem Wählen begonnen wurde, besonders groß. Der Grund: Die gerade einmal vier abstimmenden Demokraten in Dixville Notch hatten sich mehrheitlich für einen Mann entschieden, der in New Hampshire gar nicht auf dem Wahlzettel stand, sondern handschriftlich nachgetragen wurde: Michael Bloomberg.

          Am Ende des Tages reichte es für Bloomberg natürlich trotzdem nicht. Die Vorwahl der Demokraten in New Hampshire gewinnt ein Mann, der bei allen Wählern auf dem Wahlzettel stand: Bernie Sanders. In der Großstadt Manchester tritt er um kurz nach 23 Uhr Ortszeit vor seine begeisterten Anhänger. „Lasst mich die Gelegenheit nutzen, den Menschen in New Hampshire für einen großartigen Sieg zu danken“, ruft er mit lauter Stimme in den Saal. „Unser Sieg heute Abend markiert den Anfang vom Ende von Donald Trump.“

          Nach der chaotischen Caucus-Abstimmung in Iowa vergangene Woche, als die Parteibasis und der Rest der Welt lange nicht wussten, wer denn nun eigentlich mit wie viel Prozentpunkten gewonnen hatte, verliefen Auszählung und Übermittlung der Vorwahl-Ergebnisse in New Hampshire offenbar reibungslos. Etwa 26 Prozent der Stimmen kann der 78 Jahre alte Senator aus dem benachbarten Vermont für sich verbuchen. Es ist ein Erfolg, mit dem zu rechnen gewesen war. Schon 2016 hatte Sanders hier gegen Hillary Clinton deutlich triumphieren können.

          Buttigieg wird Zweiter

          Der zweite Platz in New Hampshire geht in diesem Jahr an Pete Buttigieg, der in Iowa noch knapp vor Sanders gelegen hatte. Der 38 Jahre alte Afghanistan-Veteran, bis vor kurzem Bürgermeister der 100.000-Einwohner-Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana, liegt am Ende etwa anderthalb Prozentpunkte hinter Sanders, sieht sich aber dennoch im Aufwind.

          „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, sagt Buttigieg, der ebenso wie Sanders in seiner kurzen Ansprache darauf verweist, wie wichtig es sei, dieses Jahr den amtierenden Präsidenten abzuwählen. Noch einmal vier Jahre Trump? Dieses „Risiko“ könne Amerika nicht auf sich nehmen. Alle Demokraten, die weder „den Status Quo“ noch „eine Revolution“ wollten, seien bei ihm richtig, so Buttigieg. Das ist natürlich vor allem ein Seitenhieb gegen Sanders, der den Amerikanern immer wieder eine solche „politische Revolution“ verspricht.

          Achtungserfolg für Klobuchar

          Für die vielleicht größte Überraschung in New Hampshire sorgt derweil Amy Klobuchar, die mit knapp 20 Prozent auf einem starken dritten Rang landet. Die 59 Jahre alte Senatorin aus Minnesota hatte bei der letzten Debatte der Demokraten viele unentschiedene Wähler überzeugen können, als sie einen fokussierten Eindruck machte und gegen gleich mehrere Konkurrenten den ein oder anderen Wirkungstreffer erzielen konnte.

          Landet überraschend auf dem dritten Platz: Amy Klobuchar, Senatorin aus Minnesota

          „Hallo Amerika, ich bin Amy Klobuchar und ich werde Donald Trump schlagen.“ So beginnt die Präsidentschaftsbewerberin ihrer Dankesrede in der Stadt Concord und strahlt über das ganze Gesicht. In einer funktionierenden Demokratie gewinne „nicht die Person mit der lautesten Stimme oder dem dicksten Bankkonto“, sondern die Person „mit den besten Ideen“. Oft schon sei ihre Kampagne abgeschrieben worden, jedes Mal sei man stärker geworden. Jetzt, sagt Klobuchar, könne sie es kaum erwarten, weiter Wahlkampf zu machen. „Amy, Amy, Amy“, ruft ihr Publikum.

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