Fehlende Strategie :
Die Ampel zeigt Lateinamerika die kalte Schulter

Von Peter Beyer, Thomas Rachel
Lesezeit: 3 Min.
In Chile wird das für Batterien wichtige Lithium abgebaut und verarbeitet. Eine Aufnahme aus der Atacama-Wüste vom 25. Oktober 2022
Lateinamerika ist wichtig, um unsere Rohstoffabhängigkeit von Russland und China zu verringern. Doch Berlin vernachlässigt den Kontinent. Ein Gastbeitrag vor der Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz

Wenn Olaf Scholz am Wochenende nach Argentinien, Brasilien und Chile reist, so wird dies der erste Besuch des Bundeskanzlers auf dem lateinamerikanischen Subkontinent sein. Auch wenn der Zeitpunkt mitten in der dortigen Sommerpause nicht geschickt gewählt ist, so ist diese Reise nach über einem Jahr im Amt und elf Monaten „Zeitenwende“ mehr als überfällig. Denn zum einen ist Lateinamerika ein Schlüsselpartner, auf den wir im Einsatz für eine regelbasierte internationale Ordnung nicht verzichten können. Zum anderen verfügen mittel- und südamerikanische Länder über Rohstoff- und Energievorkommen, mit denen wir einseitige Abhängigkeiten von China und Russland verringern können.

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