https://www.faz.net/-gpf-aef89

Wegen Anschlags in Damaskus : Mutmaßlicher syrischer Kriegsverbrecher in Berlin festgenommen

  • Aktualisiert am

Essensausgabe an palästinensische Flüchtlinge 2014 in Damaskus. Auf eine solche Menschenmenge soll ein jetzt in Berlin festgenommener Mann 2014 eine Granate abgefeuert haben. Sieben Menschen starben damals. Bild: Reuters

Bei einem Anschlag 2014 in Damaskus starben sieben Wartende an einer Lebensmittelausgabe. Der mutmaßliche Täter wurde jetzt in Berlin festgenommen.

          1 Min.

          Wegen Kriegsverbrechen, Mord und Körperverletzung in Syrien hat die Bundesanwaltschaft am Mittwoch einen Mann in Berlin festnehmen lassen. Er soll den Angaben zufolge im März 2014 auf einem Platz in der Hauptstadt Damaskus aus einer Panzerabwehrwaffe eine Granate in eine Menschenmenge abgefeuert haben. Mindestens sieben Menschen kamen demnach ums Leben. Mindestens drei Personen seien schwer verletzt worden, darunter ein sechsjähriges Kind. Es habe sich um Zivilisten gehandelt, die auf Lebensmittel des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten warteten.

          Der beschuldigte Syrer war zu der Zeit Mitglied der Gruppierung „Free Palestine Movement“, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Zuvor habe er der „Volksfront zur Befreiung Palästinas Generalkommando“ angehört. Diese bewaffneten Milizen hätten im Auftrag des syrischen Regimes Kontrolle über den betroffenen Stadtteil von Damaskus ausgeübt, der aus einem palästinensischen Flüchtlingslager entstand. Zwischenzeitlich sei dieser vollständig abgeriegelt gewesen. Mangel an Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung war die Folge.

          Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann Kriegsverbrechen, Mord in sieben Fällen und gefährliche Körperverletzung in drei Fällen vor. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs sollte noch am Mittwoch entscheiden, ob er in Untersuchungshaft kommt. Beamte des Landeskriminalamtes Berlin hätten bei dem Zugriff am Morgen auch die Wohnung des Beschuldigten in der Bundeshauptstadt durchsucht.

          Weitere Themen

          Mehrere Tote bei Schusswaffen-Angriff an Uni Video-Seite öffnen

          Russland : Mehrere Tote bei Schusswaffen-Angriff an Uni

          Ein bewaffneter Angreifer hat an einer Universität in der russischen Stadt Perm mindestens sechs Menschen erschossen. Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen Studenten, er wurde festgenommen.

          Topmeldungen

          Sprengung der Kühltürme des 2019 stillgelegten Kernkraftwerks Philippsburg in Baden-Württemberg. Das Foto entstand am 14. Mai 2020.

          Kernkraft im Wahlkampf : Das verbotene Thema

          Laschet erwischt die Grünen auf dem falschen Fuß – ausgerechnet mit dem Atomausstieg. Die „falsche Reihenfolge“ stellt deren Gründungsmythos in Frage.
          Medizinisches Personal bei der Vorbereitung von Corona-Impfungen am 8. Januar in Neapel

          Nichts ohne die 3-G-Regel : Das italienische Impfwunder

          Kein Land in Europa hat die 3-G-Regel so strikt angewandt wie die Regierung von Ministerpräsident Draghi in Rom. Das Ergebnis: Italien hat eine Impfquote, von der Deutschland nur träumen kann.
          Stempeln muss sein auf dem Amt.

          Die Karrierefrage : Wie gelingt Beamten der Ausstieg?

          Wer den Staatsdienst hinter sich lässt, verliert oft üppige Pensionsansprüche und gilt unter früheren Kollegen fast schon als Verräter. Warum einige den Abschied dennoch wagen – und wie er funktioniert.

          Gemeinschaftliches Wohnprojekt : Sie wollen anders leben

          Viele Menschen finden auf dem Immobilienmarkt nicht, wonach sie suchen. Wer nicht länger bereit ist, Kompromisse einzugehen, gründet ein gemeinschaftliches Wohnprojekt. So wie die „Gruppe ohne Namen“ aus Frankfurt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.