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Nach Protesten gegen Baschir : Berichte über Rücktritt des sudanesischen Präsidenten

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Der sudanesische Präsident Omar al-Bashir bei einer Zeremonie für den türkischen Präsidenten Erdogan im Juli 2018. Bild: dpa

In Khartum gehen seit mehreren Tagen Tausende Demonstranten auf die Straßen, um gegen Omar al-Baschir zu protestieren. Unter Verweis auf Regierungskreise berichten nun mehrere Medien, der Staatschef habe sein Amt aufgegeben.

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          Mehrere Medien berichten unter Verweis auf Regierungskreise, der sudanesische Präsident Omar al Baschir habe sein Amt aufgegeben. Die Information sei zudem von einem Minister der Provinz Nord-Darfur bestätigt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Adel Madschub Hussein sagte dem in Dubai ansässigen Fernsehsender Al Hadath demnach ferner, es gebe Konsultationen, einen Militärrat einzurichten, der die Macht übernehmen solle. Zuvor hatte es bereits Gerüchte über einen Militärputsch gegeben.

          Unterdessen füllten sich die Straßen im Zentrum der Hauptstadt Khartum mit Zehntausenden Menschen, wie ein Reuters-Augenzeuge berichtete. In dem Land mit 40 Millionen Einwohnern gibt es seit Monaten Proteste gegen Präsident Baschir, der seit 30 Jahren im Amt ist. Auslöser der Proteste waren Preiserhöhungen für Nahrungsmittel und andere Waren des Grundbedarfs. Seit der ölreiche Süden des Landes 2011 die Unabhängigkeit erlangte, rutschte Sudan in eine schwere Wirtschaftskrise.

          In den vergangenen Tagen haben die Proteste gegen Baschir noch einmal stark zugenommen. Seit Samstag veranstalten Zehntausende Demonstranten vor dem Hauptquartier der Armee in Khartum einen Sitzstreik. Seither sollen dort und bei Protesten im ganzen Land nach Angaben von sudanesischen Menschenrechtlern mindestens 21 Menschen getötet worden sein. Spezialeinheiten hatten zweimal versucht, den Platz zu räumen, und dabei scharfe Munition, Blendgranaten und Tränengas eingesetzt.

          Insgesamt wird die Zahl der Toten seit Beginn der Proteste am 19. Dezember 2018 auf mehr als 60 geschätzt. Die Sicherheitskräfte nehmen Ärzte und medizinische Fachkräfte gezielt ins Visier, weil sie die ersten waren, die protestiert hatten. Dabei hatten die Demonstranten sich zunächst gegen höhere Brotpreise gewendet, dann aber schnell den Rücktritt Baschirs gefordert.

          Der 75 Jahre alte Baschir hatte sich vor 30 Jahren an die Macht geputscht. Er wird für den gewaltsamen Tod von Millionen Menschen in Darfur, den Nuba-Bergen und anderen Konfliktregionen im Sudan sowie in Südsudan verantwortlich gemacht. Vom Internationalen Strafgerichtshof wird er wegen Völkermords mit Haftbefehl gesucht.

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