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Missbrauchsgutachten : Ratzinger korrigiert Aussage: Habe an fraglicher Sitzung 1980 teilgenommen

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Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (Aufnahme aus dem Jahr 2020) korrigiert Angaben zur Teilnahme an einer Sitzung, in der über einen Missbrauchsverdächtigen gesprochen wurde. Bild: dpa

Eine wesentliche Aussage zum Münchner Missbrauchsgutachten hat der frühere Papst Benedikt XVI. jetzt korrigiert. Es sei fälschlich angegeben worden, er habe an einer wichtigen Sitzung 1980 nicht teilgenommen.

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          Der frühere Papst Benedikt XVI. hat eine wesentliche Aussage zum Münchner Missbrauchsgutachten korrigiert. Entgegen seiner bisherigen Darstellung habe er doch an der Ordinariatssitzung am 15. Januar 1980 teilgenommen, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Fehler sei aber „nicht aus böser Absicht heraus geschehen“, sondern „Folge eines Versehens bei der redaktionellen Bearbeitung seiner Stellungnahme“. Dies tue ihm „sehr leid“, und er bitte, dies zu entschuldigen.

          Allerdings sei in der betreffenden Sitzung „über einen seelsorgerlichen Einsatz des betreffenden Priesters nicht entschieden“ worden. Vielmehr habe man lediglich der Bitte entsprochen, dem Mann „während seiner therapeutischen Behandlung in München Unterkunft zu ermöglichen“. Wie es zu dem Versehen kam, will Benedikt XVI. in seiner „noch ausstehenden Stellungnahme“ erklären.

          Erfüllt „mit Scham und Schmerz über das Leid“

          Eine ausführliche Stellungnahme wolle der frühere Papst, der von 1977 bis 1982 Erzbischof von München-Freising war, zu einem späterem Zeitpunkt abgeben, sagte sein Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein der KNA. Der 94 Jahre alte Papst bitte um Verständnis, dass die vollständige Durchsicht des 1900 Seiten umfassenden Gutachtens noch Zeit benötige. Die bisherige Lektüre der Ausführungen, so die Erklärung, erfülle ihn „mit Scham und Schmerz über das Leid“, das den Opfern zugefügt worden sei.

          In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl heißt es, Ratzinger habe sich als Münchner Erzbischof (1977-1982) in vier Fällen fehlerhaft verhalten. Zudem bekundeten die Gutachter erhebliche Zweifel an seinen Aussagen zu einem besonders brisanten Fall eines Wiederholungstäters.

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