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Benedikt in Kuba : Mission erfüllt

Der Jesuitenschüler und der Papst: Fidel Castro und Benedikt XVI. in Havanna Bild: dpa

Was bleibt von dem Besuch des Papstes in Mexiko? Den Dissidenten blieb er jedes Wort der Anerkennung und Ermutigung schuldig. Stattdessen stärkte er jenen Kräften den Rücken, die an einer Kirche im und von Gnaden des Kommunismus gefallen finden.

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          Um den Castro-Brüdern freundlich lächelnd zu bedeuten, dass der Marxismus die Probleme des 21. Jahrhunderts nicht lösen wird und dass es ein neues „Modell“ für Wirtschaft und Gesellschaft brauche, hätte Papst Benedikt XVI. kaum eine seiner seltenen Reisen in die Karibik unternehmen müssen. Das haben die beiden Revolutionäre schon vor Jahren eingesehen, ohne dass es der Nachhilfe des Vatikans bedurft hätte. Was aber bleibt dann von dem Besuch des bald 85 Jahre alten Kirchenoberhaupts?

          Denn Dutzenden Dissidenten, die im Lauf der vergangenen Jahre nach Vermittlung der katholischen Kirche auf Kuba aus den Verliesen der letzten Militärdiktatur der westlichen Hemisphäre entlassen wurden, blieb bis auf wenige Ausnahmen nur das Exil. Die kubanische Hierarchie - und mit ihr auch die Spitzen der vatikanischen Diplomatie - gab sich mit der flagranten Verletzung eines elementaren Menschenrechts zufrieden. Den Dissidenten indes, die sich derzeit ihrer notorisch begrenzten Freiheit auf Kuba erfreuen können, blieben der Papst und seine Entourage jedes Wort der Anerkennung und Ermutigung in ihrem Einsatz für die unveräußerlichen Menschenrechte schuldig - von einem Treffen gar nicht zu reden. Benedikt selbst fiel bis zuletzt zum Thema Menschenrechte nur die Religionsfreiheit ein.

          Um diese steht es in der Tat besser als noch vor vierzehn Jahren, als sein Vorgänger Johannes Paul II. als erster Papst den Inselstaat besuchte. Wenn aber (wie es heißt) es das einzige Anliegen des Kirchenoberhaupts im Gespräch mit dem Diktator vom Dienst Raúl Castro gewesen sein sollte, dass der Karfreitag wieder zum gesetzlichen Feiertag erklärt werden sollte, dann hat die Reise aus kubanischer Sicht ihre Mission mehr als erfüllt.

          Denn der Papst hat mit seinem Besuch jenen Kräften in der Hierarchie von Partei und Kirche den Rücken gestärkt, die an einer Kirche im und von Gnaden des Kommunismus gefallen finden: Für die Gewährung von einigen Freiheiten durch die einen gewähren die anderen nach Maßgabe ihrer Kräfte, dass die Sehnsucht nach Freiheit nicht so übermächtig wird, dass sie die vielen Profiteure des Ein-Parteien-Staats um die Früchte ihrer Repression brächte. So dürfte sich Papst Johannes Paul II. kaum die Zukunft Kubas und der katholischen Kirche dort vorgestellt haben.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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