https://www.faz.net/-gpf-9hhrb

Widerstand der Nationalisten : Belgiens Regierung zerbricht an UN-Migrationspakt

  • Aktualisiert am

Innenminister Jan Jambon am Samstag in Brüssel Bild: dpa

Die Regierungskoalition in Belgien konnte ihren Streit über den UN-Migrationspakt nicht beilegen – und ist nun am Ende. Denn die flämischen Nationalisten wollten das Abkommen nicht mittragen. Wie es nun in Brüssel weitergeht, ist unklar.

          1 Min.

          Die belgische Regierungskoalition ist über den Streit um den UN-Migrationspakt zerbrochen. Die flämische Regionalpartei N-VA verließ am Sonntag die Regierung, weil der frankophone Ministerpräsident Charles Michel darauf bestand, zur UN-Konferenz in Marrakesch zu reisen. Dort soll der Migrationspakt an diesem Montag gebilligt werden.

          „Ich glaube, dass wir – formal gesprochen – zurücktreten“, sagte Innenminister Jan Jambon (N-VA). „Wir haben gesagt, wenn die Koalition nach Marrakesch geht, dann ohne uns“, fügte der bisherige Vize-Ministerpräsident an. Die flämischen Nationalisten lehnen den UN-Migrationspakt kategorisch ab.

          Unterredung mit dem König

          Michel begab sich am Sonntag zum belgischen König, um eine Umbildung der Regierung ohne die Minister der flämischen N-VA anzukündigen. Er will nun stattdessen eine Minderheitsregierung seiner frankophonen Liberalen der Reformbewegung (Mouvement Réformateur/MR) anführen.

          „Ich habe heute beobachtet, dass die N-VA die Regierung verlassen hat“, hatte Michel bereits am Samstagabend der Nachrichtenagentur Belga zufolge gesagt. „Ich nehme das in der Klarheit dieses Standpunkts zur Kenntnis und bedanke mich dafür.“

          Er schlug vor, drei Minister der N-VA durch Staatssekretäre zu ersetzen, „um die Kontinuität und das gute Funktionieren unserer Institutionen sowie Stabilität zu gewährleisten“.

          2019 nächste Parlamentswahl

          Wie Michel Mehrheiten im Parlament finden will, blieb zunächst unklar. Insbesondere muss das Budget noch beschlossen werden. Im Mai 2019 steht in Belgien bereits regulär die nächste Parlamentswahl an.

          Vize-Ministerpräsident Didier Reynders gab sich optimistisch. Die Regierung habe im Parlament einen breiten Rückhalt für ihre internationalen Engagements, versicherte Michels MR-Parteifreund laut Belga.

          Am Samstagabend war das belgische Kabinett bereits zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Dort hatte Michel abermals bekräftigt, nach Marokko zu reisen. Damit entlasse Michel die N-VA „de facto“ aus der Regierung, hatte der Parteichef der flämischen Nationalisten, Bart de Wever, im Anschluss an die Sitzung erklärt.

          Weitere Themen

          Wer wird Kanzlerkandidat? Video-Seite öffnen

          Vor dem CDU-Parteitag : Wer wird Kanzlerkandidat?

          In Leipzig wird das große Schaulaufen zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz erwartet. F.A.Z.-Ressortleiter Jasper von Altenbockum verrät im Video die Chancenverteilung und wen man nicht vergessen darf.

          Selbst ernannte „Drecksäcke“

          Amerikanische Linke : Selbst ernannte „Drecksäcke“

          Alles oder nichts: Wird ihr Favorit Bernie Sanders nicht Präsidentschaftskandidat, wollen linke Anhänger der Demokraten nicht zur Wahl gehen. Auch wenn Trump dadurch im Amt bleibt.

          Topmeldungen

          Amerikanische Linke : Selbst ernannte „Drecksäcke“

          Alles oder nichts: Wird ihr Favorit Bernie Sanders nicht Präsidentschaftskandidat, wollen linke Anhänger der Demokraten nicht zur Wahl gehen. Auch wenn Trump dadurch im Amt bleibt.
          Baden-Württembergs Maschinenbauer erhalten immer weniger Aufträge.

          F.A.Z. exklusiv : Ein Hilferuf aus Baden-Württemberg

          Das Land der Autos und des Maschinenbaus steckt in der Krise. In seltener Einmütigkeit fordern Regierung, Arbeitgeber und Gewerkschaften Hilfe vom Bund – in einem deutlichen Brief an Hubertus Heil.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.