https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/belgien-die-drogenmafia-wollte-den-justizminister-entfuehren-18346416.html

Geplante Entführung : Ein Minister im Visier der Drogenmafia

Polizisten sichern die Gegend um das Wohnhaus des belgischen Justizministers in Kortrijk Bild: AFP

Der belgische Justizminister Vincent Van Quickenborne sollte entführt werden, sagen Ermittler. Nun muss er sich an einem geheimen Ort verstecken.

          3 Min.

          Am vorigen Samstag sollte in Kortrijk die Party des Jahres steigen. Rund 1600 Menschen hatten sich in einer Messehalle versammelt, zum Netzwerken und danach zum Tanzen. Nur einer fehlte, der Gastgeber. Vincent Van Quickenborne, Bürgermeister der Stadt mit 80­.000 Einwohnern in Westflandern und belgischer Justizminister, wandte sich per Videoanruf an seine Gäste. Zwei Tage zuvor habe er einen Anruf des Bundesstaatsanwalts bekommen, berichtete der 49 Jahre alte flämische Liberale. „Er hat mir gesagt, dass es einen Plan gibt, mich zu entführen.“ Jetzt befinde er sich im „Lockdown“, an einem geheimen Ort, zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Die letzten 48 Stunden seien für ihn und seine Familie eine Achterbahnfahrt gewesen, erzählte Van Quickenborne. Einen Moment lang habe er überlegt, das Fest abzusagen. „Aber dann geben wir der Drogenmafia nach.“ So erfuhr die Öffentlichkeit am Wochenende von der versuchten Entführung. Der Fall hat das Land aufgewühlt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Nancy Faeser bei ihrer Ankunft in Doha einen knappen Monat vor Beginn der Fußball-WM in Qatar

          Fußball-WM : Selbstbewusstes Qatar, selbstgerechtes Deutschland

          Qatar will nach der WM die strategischen Beziehungen neu ordnen. Wo­möglich kann Diplomatie die Verstimmung, die Deutschland zuletzt hervorgerufen hat, nicht mehr ausgleichen. So dringend ist Qatar nicht auf Berlin angewiesen.