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Streit um historische Fahne : Belarus und Lettland weisen gegenseitig Botschaftspersonal aus

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Fahne der belarussischen Opposition: Weil Lettland diese bei der gerade stattfindenden Eishockey-WM aushing, kam es nun zu diplomatischen Spannungen zwischen beiden Ländern. Bild: Reuters

Weil Lettland als Gastgeber der Eishockey-WM 2021 die historische und damit nicht offizielle Fahne von Belarus aushing, kommt es zu diplomatischen Spannungen zwischen beiden Ländern.

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          Belarus hat am Montag alle Botschaftsmitarbeiter des Nachbarlandes Lettland ausgewiesen. Zuvor waren in der lettischen Hauptstadt Riga zur Eishockey-Weltmeisterschaft die offiziellen Flaggen von Belarus gegen die weiß-rot-weiße Variante der belarussischen Opposition ausgetauscht worden. Hintergrund ist die erzwungene Landung einer Passagiermaschine in Minsk.

          Der belarussische Außenminister Wladimir Makej sprach mit Blick auf den Flaggen-Tausch der Staatsagentur Belta zufolge von einer „provokanten Aktion“ und einem Akt von „staatlichem Vandalismus“. Der Botschafter von Lettland müsse das Land innerhalb von 24 Stunden verlassen. Den anderen Mitarbeitern seien 48 Stunden eingeräumt worden. Ein Angestellter dürfe für technischen Dienst der Botschaft im Land bleiben.

          Lettland reagierte umgehend und wies ebenfalls alle Botschaftsmitarbeiter von Belarus aus. Dies gelte solange, bis sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern normalisiert hätten.

          Behörden der autoritär regierten Republik Belarus hatten am Sonntag ein Ryanair-Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gebracht. Dabei stieg auch ein Kampfjet vom Typ MiG-29 auf, wie das Militär in Minsk bestätigte. An Bord der Ryanair-Maschine war nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna auch der von Lukaschenko international gesuchte Blogger Roman Protassewitsch, der in Minsk festgenommen wurde. Die EU verurteilte das Vorgehen geschlossen und forderte Protassewitschs Freilassung.

          Die Weltmeisterschaft ist auch deswegen brisant, weil sie zunächst in Lettland und Belarus stattfinden sollte, der Weltverband IIHF den Belarussen die Rolle des Mitgastgebers aber im Januar entzog. Von offizieller Seite hieß es, dass „Sicherheitsbedenken“ das Kriterium des Ausschlusses darstellten. Kurz zuvor hatten allerdings die Hauptsponsoren der WM, Skoda und Liqui Moly, ihren Rückzug angekündigt, sollte das Land des Diktators Alexander Lukaschenko Ausrichter bleiben.

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