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Proteste in Belarus : Das Land der verbotenen Farben

„Wir werden die neue Verfassung ohne dich schreiben“: Demonstration gegen den belarussischen Machthaber Alexandr Lukaschenka mit weiß-roten Schirmen im November in Minsk Bild: Reuters

Seit einem halben Jahr gehen jeden Tag Belarussen gegen ihren Präsidenten auf die Straße. Doch das Regime von Alexandr Lukaschenka versucht, die Symbole der Demokratiebewegung zu verdrängen.

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          Der Moderator der Sendung „Die geheimen Federn der Politik“ im belarussischen Staatsfernsehen spricht schnell, laut, abgehackt, in kurzen Sätzen. Es geht um die weiß-rot-weiße Fahne: Vier Mal sei sie in der Geschichte von Belarus aufgetaucht, von Anfang sei sie eine „Schande“ gewesen. Sie stehe für „Kriechertum“ gegenüber dem deutschen Kaiser Wilhelm II. am Ende des Ersten Weltkriegs, für Kollaboration mit Adolf Hitler und die schlimmsten Verbrechen während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Außerdem stehe sie für Hunger, Aids, Prostitution und geschlossene Fabriken beim Zerfall der Sowjetunion. Und nun für „Psychos, die Straßen blockieren, LGBT und ausländischen Strippenzieher“. „In der Geschichte hat sie das schlechteste, widerwärtigste, scheußlichste, feigste, schmutzigste, niederträchtigste und schäbigste angezogen“, sagt er. „Sie muss verboten werden, für immer.“

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