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Aus Russland : „Modernste Rüstungsgüter“ für Belarus

„Niemand braucht das Baltikum“: Der belarussische Diktator Lukaschenko bestreitet, dass ein Großmanöver mit Russland die baltischen Staaten bedroht. Bild: dpa

Dutzende Flugzeuge, Hubschrauber und Flugabwehrsysteme erwartet der belarussische Machthaber Alexandr Lukaschenko aus Russland. Nächste Woche beginnt ein gemeinsames Großmanöver russischer und belarussischer Truppen.

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          Der belarussische Machthaber Alexandr Lukaschenko hat umfangreiche Lieferungen „modernster Rüstungsgüter“ aus Russland angekündigt. Belarus erwarte in nächster Zukunft „Dutzende Flugzeuge, Dutzende Hubschrauber“ und Flugabwehrsysteme, „vielleicht sogar“ vom modernen Typ S-400. „Wir brauchen sie sehr“, beteuerte Lukaschenko am Mittwoch.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Am Freitag kommender Woche soll das Großmanöver Sapad-2021 (Westen 2021), das Russland und Belarus gemeinsam ausrichten, auf Truppenübungsplätzen beider Länder beginnen; zuletzt fand es vor vier Jahren statt.

          Gegen Befürchtungen in der NATO und in Estland, Lettland und Litauen sagte Lukaschenko: „Wir haben nicht vor, jemanden anzugreifen.“ Westliche Sorgen, Russland könne von Belarus aus über den sogenannten Suwalki-Korridor in die russische Exklave Kaliningrad die einzige Landverbindung vom Baltikum in die EU abschneiden, seien gegenstandslos. „Niemand braucht das Baltikum“, sagte Lukaschenko.

          Urteil gegen Kolesnikowa erwartet

          Vor der Präsidentenwahl im August vorigen Jahres hatte der Minsker Machthaber noch eine russische Bedrohung seines Landes suggeriert. Während der Niederschlagung der Proteste gegen Wahlfälschungen ging er indes dazu über, eine Bedrohung durch die NATO zu skizzieren, die über Belarus nach Russland vorrücken wolle.

          Für Montag wird in einem der wichtigsten der zahlreichen Prozesse gegen Regimegegner in Belarus ein Urteil erwartet: Marija Kolesnikowa, einer Mitstreiterin des schon im Juli zu 14 Jahren Haft verurteilten verhinderten Präsidentschaftsbewerbers Viktor Babariko, und dem Anwalt Maxim Snak drohen bis zu zwölf Jahre Haft wegen einer „heimlichen verbrecherischen Verschwörung mit dem Ziel, die Staatsmacht auf nicht verfassungsgemäßem Wege zu ergreifen“, so die Formel der Generalstaatsanwaltschaft.

          Der Prozess fand seit Anfang August statt, aber wegen Geheimhaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit; die Urteilsverkündung soll der einzige öffentliche Teil des Prozesses werden.

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