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Aufbruchstimmung in Belarus : Ein Herz, eine Faust, ein V wie Victory

„Ein V wie Victory, eine Faust, ein Herz“: Zepkalo, Tichanowskaja und Kolesnikowa bei einer Pressekonferenz in Minsk Mitte Juli. Bild: Reuters

Belarus erlebt einen Aufbruch. Tausende jubeln der Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanowskaja zu. Dauermachthaber Lukaschenka steht vor seiner schwersten Machtprobe – und schürt die Angst vor russischen Söldnern.

          8 Min.

          Die einen touren durchs Land und lassen sich in einer Stadt nach der anderen bejubeln. Regelmäßig strömen Tausende zusammen, um Swetlana Tichanowskaja zu unterstützen, die wichtigste im Kandidatenfeld verbliebene Oppositionelle vor den Präsidentenwahlen in Belarus. Tichanowskaja und zwei Mitstreiterinnen, die ausgeschlossene Kandidaten vertreten, sprechen von Wandel, Würde, einem besserem Leben und fairen Wahlen. Es herrscht eine Aufbruchsstimmung, wie sie das Land zwischen Russland und Polen, dem Baltikum und der Ukraine mit knapp zehn Millionen Einwohnern noch nicht gesehen hat.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Der andere, der Belarus seit 26 Jahren beherrschende Autokrat Alexandr Lukaschenka, tourt auch – vor allem durch Kasernen. Lukaschenka trifft in den Tagen vor der Wahl am 9. August ständig Soldaten und Polizisten, spricht von Umsturz und poltert, ausländische Medien wiegelten die Belarussen zu einem „Majdan“ wie in der Ukraine auf. Nun sollen gar russische Söldner im Land „Terroranschläge“ und „Massenunruhen“ vorbereiten, und das Regime zieht eine Verbindung von diesen Kriegern zu Sergej Tichanowskij, dem seit zwei Monaten inhaftierten Mann von Swetlana Tichanowskaja. So wüst schlägt Lukaschenka um sich, dass die Frage schon lautet, wie weit den Autokraten die Loyalität seines Apparats und der Sicherheitskräfte trägt.

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